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janiv

Sachlich, fachlich, kompetent.

Ja ist es denn zu Fassen?!?!? Da stirbt doch tatsächlich ein Preisgekrönter 1500 Euro Pudel in Markus Lanz´Debüt-Sendung! Skandal epischen Ausmasses. Einer der Waschechten Sorte!

Die negativen Schlagzeilen um Deutschlands dienstälteste Massen-Unterhaltungs-Shows neben der Tageschau nehmen kein Ende! Wir erinnern uns: grob ein Jahr ist es nun her. Der Kandidat "Samuel Koch" wird vom eigenen männlichen Erzeugerteil zu bester Sendezeit, live und in Farbe, beim Versuch, warum auch immer, auf Pogo-Sticks über den Elterlichen Kombi zu Front-Flippen sowas von unsanft zu Fall gebracht, das bei jedem Zuschauer in der heimischen Wohnstube die vor Schreck im Halse steckengebliebene Salzstange mit einem zunftigen Schluck Bier heruntergespült werden muss.

Der in der TV-Welt allem übergeordnete Leitsatz "the show must go on", ist in unseren Köpfen Dank Gewöhnung schon so fest eingebrannt worden, wir haben wohl alle nur auf den Moment gewartet in welchem sich der Verunglückte wieder erhebt, kurz schüttelt, und fröhlich winkend der erleichterten Menge seinen intakten Artistenkörper präsentiert. Dazu ein salopper Spruch von Tommy. Die Redaktion wischt sich im Kollektiv den kalten Angstschweiss von der Stirn. Ein herzerweichender Seufzer der Erleichterung geht durch die Menge. Und weiter gehts!

"Aber nicht!", um an dieser Stelle Savas zu zitieren.

Der Junge bleibt liegen. Allgemeines Entsetzen. Selbst ein hektisch eingespieltes "Best of" aus vergangenen Sendungen kann nicht Retten, was der gute Gottschalk, eine fröhlich vor sich hin kompostierende Institution der hiesigen TV-Welt, händeringend versucht: die Situation zu beruhigen.

Stattdessen wird die Sendung aus Respekt vor der Schwere des Ereignisses kurzerhand beendet.

Der Knall den der Helm des Samuel S. an diesem Schicksalhaften Samstagabend mit Aufklatschen auf dem kalten Studioboden erzeugte: Möglicherweise hat er nur den Gnadenschus übertönt, welchen das per Infrarot-Zielfernrohr inmitten des Gottschalks Augenpartie zielende Snipergewehr des Schicksals schon lange im Begriff war abzufeuern? Spekulation! Was bleibt sind die nackten Fakten. Tommy und Wetten dass: geschiedene Leute. Die Talkshow, welche er nach seinem Split mit Wetten dass angeboten bekommen hatte (man verbannt ein Flimmerkisten-Relikt der Güteklasse Gottschalk selbstredend nicht so ohne weiteres aufs Mediale Abstellgleis, klar!), ist dann auch mehr oder weniger in Rekordzeit zu den Akten gelegt und Sang und Klanglos abgesetzt worden.

Schnitt.

Samuel Koch hat überlebt! Landesweite Solidaritätsbekundungen und Glückwünsche weichen langsam aber sicher den mehr oder weniger zum Zwecke der Füllung des Sendeplanes dienenden Debatten bei Kerner und Co. über das für und wieder sogenannter "Risikowetten". Jetzt, so wird sich allerdings zeigen, steht das nächste Mammut-Problem auf der Tagesordnung: wer soll das so negativ vorbelastete, und oftmals als "antik und verstaubt" verschriene Sendekonzept, adäquart weiterführen? Nicht nur muss ein Moderator gefunden werden, der in der Lage ist in die zugegebenermassen grossen Fusstapfen eines Gottschalk zu treten. Nein. Es muss auch einer gefunden werden, der noch klein genug ist, um bereit zu sein, mit dem potentiell sinkenden Schiff des einstigen Quoten-Garantes "Wetten dass" auch seine eigene Karriere dem möglichen Untergang zu weihen. Namen wie Hape Kerkeling und Günther Jauch kursieren durch die Medien. Vielbejubelt. Beide lehnen jedoch ab. Das rennen macht in letzter Instanz der wohl glattgeleckteste aller Moderatoren: Markus Lanz.

Hmpf! Vorsichtig ausgedrückt: "not a fan", wie der Brite sagen würde. Da allerdings jeder eine faire Chance verdient, und ich am Samstag der Wiederaufnahme der Show sowieso mit den Spätfolgen eines "Triple-Raves" zu Kämpfen hatte, entschloss ich kurzerhand diesen Meilenstein live mitzuerleben. Man will den potentiellen Enkeln ja auch etwas beeindruckendes aus dem nostalgischen Nähkästchen präsentieren können. Also was solls. Sportschau vorbei. Ab zum Späti. 3 Pilsator geholt. Fernseher an. Zurückgelehnt.

Erstmal verkündet der frisch Gebackene und pennibel hingestriegelte Lanz süffisant, das sich der geneigte Zuschauer schonmal auf die obligatorische Überziehung einstellen sollte. Na grossartig! Es Folgen einige, an unwitzigkeit kaum überbietbare Rohrkrepierer, welche selbst einem Humortechnisch in der Untersten Anforderungsklasse gefangenen Deutschen Studiopublikum nur den ein oder anderen Verlegenheits-Lacher zu entlocken vermag. Das mit den Scheisswitzen kann er also schonmal, der gute Markus. Ich bilde mir ein, das bei Tommy immerhin noch über das selbe Witzniveau gelacht werden durfte, aber naja...ein Lanz ist eben KEIN Gottschalk. Das muss klar sein.

Die geladenen Gäste lösen in mir persönlich auch nicht gerade die ganz grossen Stürme der Begeisterung aus. Da wäre bülent Ceylan, seines zeichens Posterboy der Creme de la Creme sich gegenseitig an peinlichster Unwitzigkeit übertreffender Deutscher Stand-Up-Blödel. Falls er das hier lesen sollte (eine theoretische Chance ist rein mathematisch nicht auszuschliessen!): NUR WEIL DU DIALEKT REDEST BIST DU NICHT WITZIG DU SCHMOCK! Lange Haare sind im übrigen auch nicht besonders witzig. Und dein abgedroschenes herumhacken auf den allerlahmsten Türken-Klischees verdient einen direkten Verweis auf die Time-Out-Treppe, und zwar bis ans Ende aller Tage! Ich habe den Löwenanteil des von ihm Gesagten wieder gelöscht, allerdings spukt sein "willst du mich imprägnieren!?!?" immernoch in den Wirrungen meines Hinterkopfes und löst jedes mal aufs neue ein Höchstmass an Fremdscham und Aggressionsschüben aus. Dann wären da noch Rafael und Sylvie Van der Vaart. Ich weis ja nicht. Bin ich der einzige, der auf diese dämliche obligatorische Platzierung des sogenannten "eye-candy" getrost verzichten kann? Ich mein ja nur. Das Internet besteht doch zu guten 83.6% aus Katzen und barbusiger Weiblichkeit! Wozu braucht man diese Puten die nur zum Zwecke dienen als Blickfang für die Notgeilheit der darbenden Männerwelt herzuhalten? Auf jeden Fall hatten die zwei Dauergrinser dann konsequenterweise im Bereich "Entertainment" wenn überhaupt nur sporadisch etwas anzubieten. Gute 50% des über die Lippen des Bilderpuch-Ehepaares gleitenden Kauderwelsches war für den Normalbürger schlicht und einfach nicht zu verstehen... Wen gab es noch? Achja, Hannelore Kraft. Kein Kommentar. Hätte man auch einen 2 Meter grossen Stoffbären an ihrer Stelle platzieren können. Wäre auf einen ähnlichen Entertainment-Faktor herausgekommen. Dann war da noch Opernsänger Rolando Villazón. Selbiger war etwa so angenehm wie ein Anales Furunkel. Hat in Sachen Humoristik augenscheinlich das Forgeschrittenen-Seminar bei Herrn Ceylan besucht. FURCHTBAR anstrengender, weil hoffnungslos überdrehter Mensch. Über den mir vollkommen unbekannten Wotan Wilke Möhring hülle ich jetzt einfach mal den Mantel des Schweigens. Am bei mir streng genommen den Status "Egal" geniessenden Campino will ich jetzt mal nicht herummeckern. Als Liverpool Fans hält man eben zusammen. Das fröhliche Kuscheln auf der Hühnerstange komplett machte Karl Lagerfeld, welcher gleich zu Beginn mit der Aussage "vollkommen normal und natürlich zu sein" den Vogel der Selbsteinschätzung abschoss. Ich will die Skala anhand derer besagter Chanel Chefdesigner das Prädikat "natürlich" definiert gerne mal sehen....auf den Masstab eines Menschen umgemünzt, darf KL durchaus als "Blaue Fanta" under den Charachtern bezeichnet werden. Natürlich? NAJA! Es sei ihm verziehen. Immerhin liess er sich als einziger Gast hin und wieder mal zu einem Flotten Spruch hinreissen. "Ich hasse es auf den Tod wenn man mir beim Schlafen zusieht! Nichtmal meine Katze darf das!". 10/10! Den dicken fetten pummeligen neonrosanen I-Punkt im neuen Line-Up, quasi die Michelle Hunziker 2 Punkt Null, gibt ab jetzt scheinbar Cindy aus Marzahn. Ich unterspüle eventuell mit dem was ich im Begriff bin zu schreiben meine eigene Glaubwürdigkeit, aber seis drum, ich muss es loswerden. Erst über Eye-Candy herziehen, um sich dann nahezu im selben, zugegebenermassen sehr tiefen Altemzug, über das mangelhafte, grenzwertig offensive äussere einer Cindy aus Marzahn zu echauffieren? Touché. Aber hey. CINDY AUS MARZAHN! ew. ew, ew, ew!

Ich schweife ab!

Der wirkliche Schocker: eine Tierwette. Hundefrisöse Monika Thaler, eine leicht schrullig anmutende Dame besten Alters, behauptet folgendes: "wetten, ich kann mit verbundenen Augen durch abtasten eines Haarbüschels zweifelsfrei sagen, welcher Hunderasse dieser Haarbüschel zuzuordnen ist?". Soweit so gut. Mit verbundenen Augen also wird die Hundenärrin von Herrn Lanz behutsam auf ihren Tast-Thron geleitet. Doch dann, der Schock!!! Von der Allgemeinheit weitestgehend unbemerkt, stürzt Pudel "Monarch" (der dem Namen nach zu Urteilen bestimmt total sympathische Besitzer gehabt haben dürfte), mir nichts dir nichts von seiner Empore, stösst sich den fragilen Hundeschädel am unbarmherzigen Studioboden und entschwindet sogleich in das Tiefste Koma, in dem sich ein Vierbeiner jemals befand! Mit dem Unterschied zum 27 Centimeter weiter oben erwähnten Mann auf den Sprungfedern, Samuel Koch, allerdings ohne wieder zu erwachen. Eine definitiv epochale Tragödie! (Der Komplettheit halber möchte ich noch erwähnen: die Wette wurde gewonnen! Der Tod des kleinen Rackers war also schonmal nicht komplett umsonst! Ein zugegebenermassen leicht fussliges und sehr schlecht zugeschnittenes Trostpflaster.)

Ja ist denn das die Möglichkeit? Sollte das ein Zeichen Gottes darstellen, dieses lahmende Pferd "Wetten dass" endlich einzuschläfern und von seinem Leiden zu erlösen? Ein Wink mit dem Zaunpfahl vielleicht? An selbigen Zaunpfahl darf der gute "Monarch" jetzt im Hundehimmel getrost dranpinkeln, hoffe ich!

Ich lege mich mal fest: beim nächsten Todesfall ist aber das Licht aus! Dann darf sich der werte Herr Lanz wieder in seinen Talk-Sessel platzieren um gestenreich über seine Moderationskarten gebeugt die Spätabend-Unterhaltung mit Weltbewegenden Themen a la "Kioskbesitzer enttarnt! Wie sicher sind unsere Jugendlichen und Heranwachsenden vor dem unrechtmässigen Erwerb von hartem Alkohol geschützt?" bereichern. Man darf gespannt sein!

 

 

 

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