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Oliver Marquart

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Ignoriert das splash!, Deutschlands größtes HipHop-Festival, Straßenrap? Celo & Abdi äußerten gestern diese Meinung. Und sie bekamen darauf viele Reaktionen. Zustimmung, Beifall, aber auch Ablehnung. Auch die rap.de-News wurde in den Kommentaren und auf Facebook/Twitter heiß diskutiert. An den Reaktionen vieler User lässt sich ablesen, dass Celo & Abdi mit ihrer Kritik vielen Leuten aus dem Herzen gesprochen haben. Zumindest haben sie einen Nerv getroffen.

Dabei fiel eines auf: Schnell wurde aus dem Vorwurf, das splash! ignoriere Straßenrap der Vorwurf, das splash! ignoriere "Ausländer". Klar, der Begriff Straßenrap wird oft synonym für Rap von Migranten, Postmigranten, umgangssprachlich auch Kanacken genannt, verwendet. So ist auch zu erklären, dass etwa ein MoTrip, der nun wahrlich nicht über die Straße rappt, oft als Straßenrapper bezeichnet wird.

Gerade innerhalb der HipHop-Kultur, die als genuin antirassistisch und weltoffen gilt, ist Rassismus ein absolutes Tabu. Geht gar nicht. Darf nicht sein. Leider ist aber auch der gemeine Rapfan nicht immer davor gefeit, in Schubladen zu denken - und wo genau hört das Klischee auf und fängt der Rassismus an? Die Kommentare mancher User, die sich gegen Acts wie Celo & Abdi auf dem splash! aussprachen, erinnern unangenehm an Argumentationsmuster von Rechten, frei nach dem Motto: Ausländer machen nur Ärger.

Gerne wird in diesem Zusammenhang dann an die Vorfälle bei Rheinkultur erinnert - ohne zu erwähnen, dass weder Haftbefehl noch seine Fans etwas dafür konnten, dass das Konzept der Veranstalter - so es denn eines gab - nicht funktioniert hat. Die Situation eskalierte, weil die Organisation nicht deutsch genug war, nicht, weil die Fans nicht deutsch genug waren.

Allerdings ist es wohl ein wenig zu viel des Guten, dem splash! versteckte  oder gar offene Ausländerfeindlichkeit vorzuwerfen. Ein derartiges Muster ist beim schlechtesten Willen nicht erkennbar. Auch fand der sog. Straßenrap in der Vergangenheit immer wieder auf dem Festival statt: Letztes Jahr etwa in Form von Vega und Fard. Dieses Jahr wurde mit Nate57 ebenfalls zumindest ein Vertreter des Subgenres eingeladen.

Trotzdem haben Celo & Abdi Recht, dass sich die unbestreitbaren Erfolge und die unbestreitbare Relevanz von Rappern wie eben Celo & Abdi, Haftbefehl, Farid Bang, Eko Fresh, Ssio, Schwesta Ewa oder KC Rebell nicht in einer Berücksichtigung beim splash! niederschlägt. Deutschlands größtes HipHop-Festival sollte allen Spielarten des deutschen Rap die gleiche Aufmerksamkeit widmen. We are family!

 

 

 

 

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