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janiv

Sachlich, fachlich, kompetent.

An all euch traditionsbewusste Semester. All euch "alles nach Run DMC ist NICHT mehr Oldschool" Pfennigfuchser. All euch "ich kenne die Katalognummer vom ersten Big Daddy Kane Album auf Vinyl auswendig!" Schreihälse. All euch "DAS DARF MAN ABER NICHT!" Erbsenzähler. All euch Werte "Realkeeper", haarspaltenderweise hängengeblieben in einer romantischen Erinnerung an eine (scheinbar) bessere Zeit. All euch in einem abgewetzten Grossvatersessel wild mit dem Zeigefinger gestikulierende, auf alles sich leicht abseits der ausgetreteten "erlaubten" und HipHop-politisch korrekten Trampelpfade befindlichen deutende Miesepeter. Möget ihr auch in der verschwindenden Minderheit sein, der hier ist für euch.

Sein wir ehrlich, auch wenns weh tut. Lasset euch, werte Freunde, vom Umstand das Premo immernoch die selbe Hihat wie damals benutzt (oder sie einfach ganz weglässt. Manchmal traut er sich. Das sind dann die sogenannten "Next Level Beats") nicht täuschen: Die Neunziger sind vorbei! Tatsache. Checkt den Kalender wenn ihr es nicht wahrhaben wollt! Alles Verteufeln und Hassen vermag am Ist-Zustand nichts zu ändern. Der Status "Muss" ist augenscheinlich schon länger dem Status "Muss nicht sein" gewichen. Die angestaubten, von waschechten Headz der ersten Stunden auch heute noch mit ausgestreckter Faust hochgehaltenen antiquierten Dogmen, haben sich mehr oder weniger in Wohlgefallen aufgelöst. Auch das einst grell leuchtende D.I.T.C. Print auf dem Hoodie des Traditionsbewusstesten Subway-Art-Lesers dürfte mittlerweile weitestgehend vom unbarmherzigen No-Name Waschmittel zersetzt worden sein. Shit happens. Die Welt dreht sich blöderweise weiter. Veränderung passiert eben. Wer stehenbleibt findet sich früher oder später in einer Situation wieder, in der er es vollkommen ausgeschlossen findet sich in irgendeiner Weise zu akklimatisieren.

Klar. Man könnte sich nach jedem neuen Lebenszeichen eines Moneyboy wutentbrannt hinters heimische Telefon klemmen, um erfüllt von blinder Rage einen Rattenschwanz von Beschwerden und Hasstiraden auf dem überfüllten Anrufbeantworter der Realness-Polizei zu hinterlassen. Könnte man. Allerdings könnte man bei aller Liebe auch einfach mal versuchen einzusehen: am Ende des Tages geht es "NUR" um Musik! Was is denn dieses abstrakte Gebilde "Musik" unterm Strich? Ganz pragmatisch aufs Wesentliche reduziert? Korrigiert mich wenn ich spinne: Entertainment! Musik ist auf eine gewisse Art und Weise wie Fernsehn: für jeden was mit bei. Und wenn etwas misfällt: ein Genialer Mensch erfand einst die Fernbedienung. Einfach umschalten.

Exact diese Vorgehensweise lässt sich 1 zu 1 auf die Musik transportieren. Wenn etwas missfällt: einfach ignorieren. Inwiefern lohnt es sich seine Energiereserven beim Schimpfen zu vergeuden? Die Kunst des "Links liegen lassens", eine sträflich unterschätzte Tugend!

Halt! Nein. Noch besser. Einfach mal ne Runde das festgezurrte Geistige Korsett lockern und tief durchatmen. Eventuell sieht sich der ein oder andere verkappte Prinzipienreiter dann auch mal in der Lage mit einem erhabenen Schmunzeln das ein oder andere rote Tuch hinwegzulächeln, anstatt einem wildgewordenen Stier mit einem Banderillero im Nacken gleich hindurch stürzen zu wollen.

In den Worten von EPMD (die kennt ihr doch, ne?) ausgedrückt: "you gotz 2 chill!"

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