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Shana Koch

Frau Kolumna!

Ein Sonntagabend im Mai, Berlin Wedding.

Nike präsentiert die neue FC-247 Kollektion, aber das tut man ja nicht einfach so. Das muss ja schon richtig groß aufgezogen werden.

Das nahmen die Boateng-Brüder George, Jérôme und Kevin-Prince zum Anlass, um in ihre Heimat zurückzukehren, die nun mal nirgendwo anders als in Berlin-Wedding liegt. Zurück in Berlin, zurück auf dem Bolzplatz, auf dem die heutigen Profifußballer damals selbst die ersten Schritte mit Stollen unter der Füßen taten.

Auf dem Bolzplatz musste man sich damals behaupten, um Respekt zu bekommen. Gerade in der Hauptstadt. Wo muss man mindestens genau so den Respekt verdienen? Richtig, in der Rapszene. So gab es mehrere kleine Events, unter Anderem ein kleines Konzert mit Rapper Alpa Gun, der in einem kleinen Jugendzentrum auftrat.

Das große Finale gab's dann am Sonntag. Den ganzen Tag über wurde mit verschiedenen Teams aus ganz Europa ein Fußballturnier veranstaltet, das von den Boateng-Brüdern Jérôme, Kevin-Prince und George unterstützt wurde und seinen Abschluss mit dem Auftritt von niemand geringerem als dem King of Rap höchstpersönlich feierte: Kool Savas.

Das ganze Spekatakel fand in familiärer Atmosphäre statt, Tickets konnten nicht gekauft, sondern ausschließlich von diversen Partnern wie zum Beispiel der JUICE gewonnen werden. Insgesamt gab's also einen Auftritt vor nichtmal 200 Leuten - Savas hautnah sozusagen.

Auch die jüngsten Spieler, die am vorherigen Fußballturnier teilgenommen haben, mussten natürlich dabei sein, wenn die Rap-Prominenz in so kleinem Kreise spielt, also gab's auch jede Menge Kinder mit Eltern im Gepäck im Publikum. - Vielleicht ist ein Savas-Konzert nicht uuunbedingt der idealste Ort für Kinder, aber gut, immerhin wachsen sie direkt mit der richtigen musikalischen Erziehung auf.

Wie auch immer ging's dann mit der für Rap-Konzerte üblichen Verspätung gegen 21 Uhr endlich los und Savas betrat neben DJ Sir Jay und seinem Backup-Rapper Laas Unltd.,der inzwischen ja auch schon irgendwie zum Inventar bei jedem Gig gehört, die zugegebenermaßen kleine, aber feine Bühne.

Schon sehr sehr ungewohnt, so ein Konzert ohne die typische Konzert-Atmosphäre zu erleben. Keine Bühnenscheinwerfer, helles Tageslicht, keine schwitzenden Menschen. Dennoch kein Problem für Savas und Laas das Publikum von Minute eins an bei sich zu haben und zu begeistern. Wie gesagt, auch wenn es für viele Eltern und kleinere Kinder nicht der passendste Ort für einen Sonntagabend war, gab's tatsächlich sogar dann doch die eine oder ander Mutter, die dann ganz pflichtbewusst den Arm in die Luft genommen hat.

Eine gute Stunde lang gab's die Klassiker wie "Aura" oder "Und dann kam Essah", sowie die Hits aus dem Kollabo-Album "Gespaltene Persönlichkeit" als Xavas, leider nur mit Playback-Einlage von Xavier Naidoo. Bleibt nur zu hoffen, dass die Jüngsten im Publikum die Texte nicht wörtlich verstanden haben, ansonsten wird's wohl jede Menge Eltern geben, die den Kleinen dann erklären dürfen, was denn der Rapper aus Berlin da so erzählt und was der eigentlich genau meint.

Seinen großen Auftritt hatte wohl einer der jüngsten und mit Sicherheit treusten Fans, der direkt vor der Bühne stand. Als Savas seinen Auftritt mit der Hymne "Immer wenn ich rhyme" beendete, gab er dem Kleinen eins der Mics. Mit geschätzten fünf Jahren stand er also vor der Bühne und rappte alles fehlerfrei mit und durfte den Refrain singen. Stolz wie Oskar, versteht sich.

Schließlich gingen Savas, Sir Jai und Laas also von der Bühne und ließen, sonst wohl eher unüblich, jede Menge leuchtende Kinderaugen zurück. Natürlich waren auch die Fans, die eher der rapkonzertauglichen Altersgruppe entsprechen, sichtlich zufrieden. Gibt ja auch Schlimmeres, als seinen Sonntagabend mit einem Savas Secret Gig zu verbringen.

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