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Florian Reiter

Lil B

Ab und an, also wenn er Lust hat, macht Lil B ein Album und nennt das dann I'm Gay. Oder er lässt ein fünf Gigabyte großes Mixtape mit 855 Freestyles auf die Menschheit los. Oder er hält Vorlesungen an der New York University, in denen er den Hörern empfiehlt, sich tunlichst immer anzuschnallen bei der Autofahrt. Ahja, und außerdem hat er Cover, die so aussehen. In allem, was der 23-Jährige tut, geht es ihm aber immer nur um eines: Liebe. (Außer er transformiert wieder zu Evil Lil B, vermutlich komplett mit schwarzem Spitzbärtchen.)

Dass der Based God jetzt beschlossen hat, mal ein bisschen Rockmusik zu machen, knackt also nicht mal die Top Ten seiner absurdesten Aktionen. California Boy ist dennoch keine gewöhnliche Kost, sondern vielmehr der – geglückte – Versuch, so viel Kitsch wie möglich in drei Minuten und 18 Sekunden zu packen. Eine beinahe schon widerliche Sommer-Feelgood-Gitarren-Unterlage trifft auf einen Lil B, der über wunderschöne blaue Augen singt, über Liebe in der Luft und darüber, dass besagte Liebe aus dem Herzen kommt. Und das Ding ist: Jedem anderen Rapper der Welt hätte man so einen Song gepflegt um die Ohren gehauen, aber bei einem Lil B wirkt es fast schon zwangsläufig. California Boy ist die pure naive Glückseligkeit, so wie Händchenhalten mit Tina aus der Parallelklasse am ersten Tag der Sommerferien. Und genau deswegen ist es unverwechselbar Lil B.

Lil B – “California Boy” (Video)

Auch eher von der absurderen Sorte ist der Kollege Flying Lotus, der aber immer mehr den Weg ins Rampenlicht zu finden scheint. Zumindest legt das die Tracklist seines am 2. Oktober erscheinenden Albums Until The Quiet Comes nahe, das Featuregäste wie Thom Yorke und Erykah Badu auffährt. Dass in dem 28-Jährigen aber immer noch ein waschechter Beat-Weirdo steckt, zeigt die Single-Auskopplung Pretty Boy Strut: Durch den Fleischwolf gedrehte Vocal-Samples. Stakkato-artige Claps. Eine fast schon beängstigende Obsession für Details. Und natürlich ein ziemlich spektakuläres Cartoon-Video, das mit Hilfe von Robotern die Evolution von Insekten durchspielt und gleichzeitig jeden überambitionierten Musikschreiberling zur Verzweiflung bringt, so viele mögliche Interpretationen birgt das Ganze. Um es kurz zu machen: super.

Flying Lotus – Pretty Boy Strut (Video)

Raekwons heimlicher Klassiker Shaolin vs. Wu-Tang ist fast schon wieder eineinhalb Jahre alt, doch jetzt haben die Jungs und Mädels von LRG ein zuvor noch nicht erschienenes Video dazu ausgegraben. Der Clip zu Scroll wurde in Amsterdam gedreht, wo Raekwon stilecht als Auftragskiller zwischen den Grachten der niederländischen Hauptstadt umherschleicht, während er auf einem klassischen Breakbeat im patentierten Nuschel-Style an die Formierung seines Wu-Tang Clan zurückdenkt: “Got a mission, to make sure the world recognize our position.” Immer noch dope. Großartig auch, wie sich Rae zu Beginn des Videos im de Volkskrant informiert. Man muss ja auf dem Laufenden darüber bleiben, was diese elenden Rechtsliberalen in Den Haag jetzt schon wieder vorhaben.

Raekwon – Scroll (Video)

 

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