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Florian Reiter

Justin Timberlake

Wir sind back und Justin Timberlake ist es auch. In Zeiten, in denen die neuesten YouTube-Sensationen schneller auftauchen und wieder verschwinden, als man sie aufgeregt via WhatsApp verschicken kann, ist eine Wartezeit von sechs Jahren auf das nächste Album beinahe schon frech. Aber ein Allround-Multitalent (oder „Wunderwuzzi“, wie ich von unseren österreichischen Freunden gelernt habe) wie JT kann es sich eben erlauben, nur dann Musik zu machen, wenn man wirklich Bock darauf hat. Seit Juni letzten Jahres hat sich der mittlerweile 31-Jährige mit seinem Partner in Crime Timbaland immer wieder ins Studio begeben, und wenn der Vorgänger FutureSex/LoveSounds irgendein Indikator ist, dann werden wir es bei The 20/20 Experience abermals mit einem schweren Problem zu tun haben.

Wenn wir uns allerdings erwartungsvoll der ersten Hörprobe Suit & Tie nähern, sei daran erinnert, was für einen Schrecken uns JT anno 2006 mit dem unsäglichen Sexy Back eingejagt hat, bevor Großtaten wie My Love wieder für Beruhigung sorgen konnten. Denn auch wenn wir es hier nicht mit einem ähnlichen Desaster zu tun haben: Suit & Tie verwirrt mich eher, als dass es mich begeistert. Der Song beginnt wie der irrelevanteste Slow Jam aller Zeiten, bevor er dann mit High Hat, Bläsern und irgendwelchen Sonar-Sounds aus Timbos Weltraumlabor auf einen etwas lebendigeren Sound umschaltet.

Inhaltlich besingt Justin vor allem seinen eigenen großartigen Modegeschmack sowie den nicht enden wollenden Hintern von Göttergattin Jessica Biel. Nun ist der Hintern von Jessica Biel definitiv ein Thema, über das man öfter sprechen sollte, aber als Vorbote für eines der meisterwarteten Alben des Jahrzehnts wirkt es doch ein wenig… belanglos. Am Schluss erhebt sich noch Featuregast Jay-Z aus seinem Mahagoni-Sessel, erklärt Beyoncés Eltern kurz seine tiefe Verbundenheit und beschränkt sich ansonsten darauf, die Trüffelsaison für eröffnet zu erklären sowie irgendwelche Luxusmarken zu shouten. Was man halt so macht als Presidente. Zur Klärung trägt allerdings auch dieser Part eher wenig bei. Mal abwarten.

Justin Timberlake feat. Jay-Z – ”Suit & Tie“ (Link)

A$AP Rocky hingegen hat die Veröffentlichung seines mit Spannung erwarteten Albums Long.Live.A$AP bereits halbwegs unfallfrei hinter sich gebracht. Für Überraschungen war bereits im Vorfeld gesorgt, denn auch wer mit dem durchaus weitreichenden Musikgeschmack des 24-Jährigen vertraut ist, hat nicht unbedingt damit gerechnet, ein waschechtes Skrillex-Feature auf der Tracklist vorzufinden. Immerhin fällt es schwer, sich den selbsternannten Pretty Motherfucker als Glowstick schwenkenden Raver vorzustellen. Aber is halt so, wie A$AP der staunenden Pitchfork in den Schreibblock diktierte.

Das Endergebnis namens Wild For The Night hat der A$AP-Mob-Vorsteher nun höchstpersönlich auf seine SoundCloud geladen, so dass sich alle potenziellen Albumkäufer vom Charme dieser Kollaboration selbst ein Bild machen können. Auf einem futuristischen Beatgeschoss von Skrillex styled sich A$AP einen Wolf, proklamiert ”Fuck Being Nice“ als neues Lebensmotto und hat merklich eine ganze Menge Spaß an der Sache. Kann man schon mal machen. Oder um es etwas weniger zurückhaltend mit dem guten Freund Big Ghost zu sagen: ”Son I fucks wit this shit so hard it aint een a joke….like we gotta problem here dog. That WI WI WI WI WI WEEEOOOOOUUU WI WI WI WI WI WI WI WEEEEOOOOOUUUUU shit should be gettin on my nerves n instead I wanna wild the fuck out n throw a sofa at a muthafucka for no reason b. Shit is the future my n**ga.“ Yep.

A$AP Rocky feat. Skrillex & Birdy Nam Nam – Wild For The Night

Wild For The Night by asvpxrocky

Ähnlich wie ein Mario Götze gehört Joey Bada$$ zu jener Generation Rotzlöffel, die Typen wie mir schmerzlich klar machen, wie wenig sie doch mit ihren geradezu biblischen 25 Jahren erreicht haben. Nun hat der bald 18-jährige Joey auch einen Beat von Produzenten-Legende DJ Premier zugeschoben bekommen, was der erklärte OldSchool-Fan natürlich ganz brav mit Bekundungen dankte, was für eine Ehre diese Kollaboration für ihn sei. Wer von dieser Zusammenarbeit tatsächlich mehr profitiert, ist allerdings schwer zu sagen, wenn man sich die Karrieren der beiden Protagonisten in letzter Zeit so vergegenwärtigt. So oder so: Unorthodox ist das mehr als würdige Ergebnis dieser irgendwie zwangsläufigen Kollaboration. Premo schüttelt einen seiner patentierten BoomBap-Banger aus den Geräten, und wie eloquent der noch nicht mal volljährige Joey komplexe Themen wie Rassenhass und den eigenen Werdegang im sozialen Brennpunkt behandelt, ist einmal mehr beängstigend. Wahrscheinlich das krasseste Talent, das New York momentan zu bieten hat.

Joey Bada$$ feat. DJ Premier – Unorthodox

Joey Bada$$ - "Unorthodox" (Produced by DJ Premier) by Green Label Sound

Zum Abschluss noch die 2013er-Version von Das Bos Türlich, Türlich, nur in geil und vorgetragen von Dizzee Rascal. Diese Briten sind irgendwie schon coolere Säue als wir.

Dizzee Rascal – Bassline Junkie (Video) (Link)

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