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Julian Riedel

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Casper weiß, wie man seine Fans verwöhnt: Nachdem der Rapper gestern die Meute mit Unterstützung seiner Kollegen Ahzumjot, Dagobert und K.I.Z. unter dem Motto #CatchCasper auf eine Schnitzeljagd nach den Einlassbändchen quer durch Kreuzberg geschickt hatte (rap.de berichtete auf Instagram), stieg zum Abschluss der zugegebenermaßen großartig inszenierten Aktion das am Montag angekündigte Geheimkonzert im direkt an der Spree gelegenen Reggae-Club YAAM. Komplett gratis, umsonst und mit freiem Eintritt. Nur ein #CatchCasper-Bändchen musste man eben haben. Schon ab nachmittags fanden sich die Glücklichen, die eins ergattert hatten, in der Open-Air-Location ein, um kurz nach 19 Uhr, und somit sogar fast pünktlich, legte Casper dann los. Und wie: Innerhalb von ziemlich genau einer Stunde brannte der Wahlberliner ein wahres Feuerwerk aus "XOXO"-Hits, All-Time-Fan-Favorites, selten live performten Songs sowie Tracks vom neuen Album "Hinterland" (VÖ: 27.09.) ab und zeigte einmal mehr, dass seine anstehende Tour aus gutem Grund innerhalb kürzester Zeit ausverkauft war.

Einige der Fans hatten sich schon mit den für 20 Euro am Merchandise-Stand erhältlichen bunten Batik-T-Shirts eingekleidet, und auch Casper selbst gab sich in einem ähnlichen Shirt und Röhrenjeans die Ehre. Passend zum Outfit stieg er mit "Sie wissen es" ein: "Batik-Gang, Batik-Gang..."

In den Trailern zur #CatchCasper-Aktion hatte Casper angekündigt, das Konzert werde nicht so, wie man es von seinen letzten Tourneen von ihm gewohnt ist, sondern er wolle einen richtigen Hip-Hop-Gig spielen. Diesem Versprechen ließ er dann auch Taten folgen: Nicht wie üblich von seiner Band, sondern von einem DJ - Joe vom Münchener DJ-Team Drunken Masters - begleitet, freestylte er zu Outkasts "Ms. Jackson" und "N****s in Paris" von Jay Z und Kanye West und freute sich selbst am meisten über seine wiederholten "Versace, Versace, Versace"-Einlagen. Immer wieder ließ er seinen DJ Schüsse abfeuern und die Fans dazu mit imaginären Pistolen in die Luft schießen, was ihm ein begeistertes "Das ist Hip-Hop!" entlockte. Überhaupt genoss Casper den Auftritt sichtlich, riss Witze, lachte und hüpfte über die Bühne und bemerkte: "Ich sollte mit dieser Indie-Scheiße aufhören, das hier macht viel mehr Spaß!"

Ein Casper-Konzert wäre allerdings kein Casper-Konzert, wenn nicht auch ein bisschen gepogt würde. "Anti-alles für immer" halt. Zu einem Remix von "So perfekt" brachte der Rapper, wie schon bei der vergangenen Tour, die Menge dann endgültig zum Ausrasten. Zudem ließ der Rapper seine Fans gegen den drohenden Abriss des YAAM buhen, und forderte vor dem letzten Song die Jungs auf, ihre Shirts ausziehen, wobei er unter begeistertem Teenie-Kreischen selbst mitmachte, und auf Joes Kommando den Propeller zu machen.

Das einstündige Set beendete er dann mit "Im Ascheregen", der ersten Single aus dem neuen Album, und selbst bei dieser war das Publikum schon erstaunlich textsicher. Ein Gänsehaut-Moment war das Acappella-Outro, das die Fans aus vollem Hals mitsangen: "Dies ist kein Abschied, denn ich war nie willkommen/Will auf und davon und nie wiederkommen..."

Eine Zugabe spielte Casper trotz anhaltender "Zugabe"-Rufe leider nicht, dafür lud er das Publikum zur Aftershow-Party in den Magnet Club ein mit der Anmerkung, "vielleicht" seien ja auch Felix von Kraftklub und Maxim von K.I.Z. da.

Hier die Setlist des #CatchCasper-Gigs (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Sie wissen es
Jambalaya
Halbe Mille
Auf und davon
Die letzte Gang der Stadt/Ms. Jackson Freestyle
XOXO
N****s in Paris Freestyle
Mittelfinger hoch
Blut sehen
Kreis
Hinterland
So perfekt (Remix)
Im Ascheregen


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