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INTERVIEW

14.01.2011 Autor: Micha, nia, Marcel

Prinz Pi

Vom Neopunk zum Rebell ohne Grund


Prinz Pi im Januar 2011. Vergeben und Vergessen scheint der Neopunk-Ausrutscher auf Majorebene zu sein, den zumindest eingefleischte Pi-Fans aufgrund von zwei bis drei elektronisch angehauchten Songs so gar nicht gefeiert haben. Nachdem Pi schon mit der Teenage Mutant Horror Show 2 zu seinen Leisten zurückkehrte, von denen er sich nach eigenem Bekunden aber eigentlich nie wirklich entfernt hatte, meldet sich der Prinz nun mit seinem, ebenfalls nach eigenem Bekunden, "Meisterwerk" zurück. Das großangelegte Neopunk-Projekt also nur ein Missverständnis?
Wir trafen uns mit dem Zehlendorfer Eigengewächs im "Keine Liebe-"Büro, um die Hintergründe zum aktuellen Album "Rebell ohne Grund“ aufzudecken, herauszufinden was er und Frauenarzt gemeinsam haben und um unter anderem Themen wie den Wandel der Sprache und den Einfluss von Trash-TV zu beleuchten. 


rap.de: Im Promo-Pack kann man lesen, dass Du "Rebell Ohne Grund" zum einen als klassisches Pi-Album bezeichnest und zum anderen als Dein persönliches "Sgt. Pepper’s".
 
Prinz Pi: Ja, so quasi, denn "Sgt. Pepper´s" ist das rundeste Album von den Beatles und "Rebell ohne Grund" ist halt auf jeden Fall auch mein mit Abstand rundestes und in sich geschlossenstes Album.
 
rap.de: Nun steht "Sgt. Pepper’s" auch für den Wandel in der Popmusik, als eines der ersten Konzeptalben. Inwieweit zeigt sich dieser Wandel in Bezug auf Deine musikalische Karriere?
 
Prinz Pi: Ich glaub, auch in dieser Beziehung ist das so wie bei "Sgt. Pepper´s". Das ist jetzt auch nicht so ein komplett anderer Sound von den Beatles, aber es war halt so, dass sie es das erste Mal richtig krass auf den Punkt gebracht haben. Wenn ich fünf Lieder von den Beatles auswählen müsste, um jemandem zu erklären "Was sind die Beatles?", dann würde ich wahrscheinlich vier Lieder von "Sgt. Pepper´s" nehmen. 
Ich glaube, so ist das bei diesem Album von mir auch. Das sind Lieder, die  einerseits sehr typisch für mich, aber andererseits auch sehr rund sind. Vorher hab ich immer so rumgewurstelt und jetzt ist es halt auf den Punkt gebracht.
 
rap.de: Es ist ja auch so, dass der Sound eher gitarrenlastig ist. Haben Dich Musiker wie die Beatles auch in dieser Hinsicht beeinflusst?
 
Prinz Pi: Solche krassen Standard-Synthie-Beats hatte ich ja noch nie. Aber ich würde jetzt nicht sagen, dass die Beats auf meinem Album von den Beatles beeinflusst sind. Es sind halt die Beats, die Biztram schon seit Jahren für mich macht. Auf dem "Neopunk"-Album waren die Beats einmal ein bisschen elektronischer, aber ansonsten macht er ja eigentlich immer schon sehr warme Beats.
 

 
rap.de: Du hattest in dem Promo-Pack auch noch geschrieben, dass es in deinem Album um Liebe in jeder Form geht. Das spiegelt sich ja auch in einigen Tracks wider, wie zum Beispiel bei "Du bist", zu dem es auch ein Video gibt. Ist das Lied an eine bestimmte Frau gerichtet?
 
Prinz Pi: Nee, eigentlich nicht. Das ist ein Lied, das stellvertretend für die eine große Liebe sein soll, an der man immer wieder verzweifelt. Ich finde, es gibt Sachen, die in jeder neuen Liebesbeziehung neu und anders sind, aber es gibt halt auch Sachen, die ändern sich eigentlich nie. Dieses Thema ist ja unerschöpflich. Darum setzt sich ja auch die Rockmusik seit fünfzig Jahren fast nur damit auseinander, weil es halt das Thema ist, was uns alle beschäftigt. Es ist ein Thema, wo die Herausforderung darin liegt, dass man einerseits Sachen sagt, die irgendwie jeder kennt und nachvollziehen kann, aber man andererseits nicht abrutscht in etwas, das irgendwie total kitschig ist, schon tausend Mal gesagt wurde und schon irgendwie ausgelutscht ist. 



Kommentare   

 
0 #38 whatever. 2011-11-13 00:00
Menschen verändern sich wegen den kleinsten Dingen, ihr ganzes Leben lang. So auch Pi - er wird seine Gründe haben, weshalb er sich geändert hat, und wahre 'Fans' sag ich mal, sollten das auch akzeptieren und nicht auf ihn rumhacken. Nur weil jetzt kleine Spasten aufkreuzen die meinen, dass er keine gute Musik mehr machen würde und nicht intellektuell genug sei, wird er sich ganz sicher nicht wegen ihnen wieder 'zurückveränder n'. Er macht sein Ding, und genau das hat er in diesem Interview auch betont - wenn euch also nicht passt was Pi macht, dann hört doch einfach auf seine Musik zu hören. Ausserdem ist es ja wohl extrem niveaulos sich über sein Aussehen lustig zu machen. Erstens ist kein Mensch perfekt - auch ihr nicht, und da ihr sowas von euch gebt wie 'lol, sieht der scheiße aus.', lässt sich daraus schließen, dass ihr unzufrieden mit eurem Leben seid und den Frust an andere auslassen müsst ^^ Zweitens, geht es allein um die Musik die er macht und nicht um sein Äußeres.
Meiner Meinung nach, ist Prinz Pi einer der, nein - DER beste Rapper den ich kenne und macht wundervolle Musik.
Mach weiter so und lass dich nicht unterkriegen! ;)
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0 #37 arab pi girl 2011-02-25 00:00
PRINZ PI
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0 #36 r-go 2011-02-07 00:00
Ich finde Prinz Pi in dem Interview viel zu unverbindlich. Money Boy ist lustig, Atzen sind toll, Kitsch ist toll, Generation Porno ist OK. Dafür dass er jemand sein will, der für eine Meinung steht ist die Meinung aber ziemlich seicht. Schade, ich hatte ihn für Eigenständiger gehalten.
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0 #35 Viva la revolution 2011-02-04 00:00
Warum hacken alle darauf rum , wenn Künstler und deren Musik sich verändern ? Ihr alle seit wahrscheinlich mit 16 auf einmal eine strikte Linie gefahren ,habt euer Äußeres, eure Lebenseinstellu ng und Denkweise festgefahren , bis dass der Tod uns scheidet ...JEDER verändert sich im Laufe des Lebens,selbst Charakterzüge werden durch Erfahrungen und Schicksalsschlä ge massiv beeinflusst.Ob es nun der schüchterne Junge ist , der durch seinen Eintritt ins Berufsleben immer offener und schließlich zum Womanizer wird ; der faule Kiffer , der seine Mutter verliert und plötzlich feststellt, in seinem Leben nichts mehr verpassen zu wollen, und sich dann als Animateur nach Äqypten aufmacht . Jeder von euch hat schon so viele Wandlungen durchlebt,und sicherlich auch Stil , Optik und Einstellung (zu gewissen Themen) grundlegend geändert. Was ist also falsch daran , sich ständig zu verändern , im angebrachten Maß ? "Uääärrghhh , seine Mucke ist nich mehr PI-LIKE" !
KÜNSTLER ist das Stichwort ! Hat Picasso immer nur Frauen Namens Mona gemalt ?
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0 #34 woot 2011-02-01 00:00
Kinners, Menschen ändern sich. Und damit auch die Musik die sie machen. Und manchmal da passt das einem ganz gut weil man sich selbst auch verändert hat, manchmal aber auch nicht und man findet das alte Zeug besser. C'est la vie.
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0 #33 Bensheimer 2011-02-01 00:00
Das Album ist der knaller!
Man kann ja nur noch von wenigen guten Rap hören! PI gehört für mich zu diesen Künstlern!
Da ja von Torch nix mehr kommt, muss ich mir von PI Denkanstöße holen!
Mach so weiter Dude!
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0 #32 Santos 2011-01-31 00:00
Ich finde das Video sehr gut!danke dir und weiter so...
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0 #31 Name 2011-01-29 00:00
lustig wie viele hier über das album urteilen, ohne es gehört zu haben. ich finds ganz gelungen, mein favorit ist 'königin von kreuzberg' - ist ein echtes highlight
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0 #30 klugsteer 2011-01-27 00:00
laut studien (ausm psychoheftchen) hat das "kiezdeutsch" eine eigene grammatik und ist somit ein dialekt, der nicht abzuwerten ist. "lass bahnhof gehen" kann man sagen, "Ich wart Sonntag" aber eben nicht. Und viele Kiezdeutschspre chende können durchaus von "Ich geh Stadt" auf "Ich geh in die Stadt" umschalten, wenn sie in anderer Gesellschaft sind.

nur als denkanstous
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0 #29 tschuuuääär 2011-01-26 00:00
Jungs ab ins bett! schlaft mal alle aus und raucht nicht so viel. vill habt ihr danach bisschen nen klareren Kopf.
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