Interview mit Rako

Rako, durch seine markante Stimme auch bekannt als „Panzer“, ist eines der Urgesteine im Berliner Untergrund. Nachdem er sich auf diversen Freestyle Sessions einen Namen gemacht hat, brachte er 2004 über das legendäre Bassboxxx Label sein Debütalbum „Mentaler Kriegszustand“. Dass Rako seine Wurzeln im Battlerap hat, merkt man immer wieder, so sind seine Parts geprägt durch harte Punchlines und Vergleiche. Seit 2010 steht Rako nun bei Hirntot Records unter Vertrag und hat nun darüber sein aktuelles Album „Biomechanisch“ rausgebracht. Zusammen mit seinem Labelboss Blokkmonsta besuchte uns Rako in der Redaktion. Dabei sprachen wir über seinen Werdegang, seinen Wechsel zu Hirntot Records, seine Musik und speziell sein neues Album.

rap.de: Du bist der neuste Zugang bei Hirntot-Records. Wie kam es dazu?

Rako: Ich kannte Blokk ja noch von damals, weil er viel mit Frauenarzt unterwegs war und zu tun hatte und ich ja auch auf Bassboxxx gewesen bin. Meinen ersten Kontakt hatte ich mit Blokkmonsta 2006, da hatte er Probleme mit der BPjM und er hat dann von Frauenarzt erfahren, dass ich mit „Mentaler Kriegszustand“ auf die B-Liste gekommen bin. Daraufhin hat er sich von Frauenarzt meine Nummer geben lassen und mich angerufen und so entstand dann auch der erste Kontakt. Und dann, vor drei Jahren hat Blokk sein „Ein-Mann-Armee„-Album raus gebracht und das hab ich übelst gefeiert. Auch wegen dem Titel. Ein-Mann-Armee hab ich natürlich gleich mit meinem Panzer-Image verglichen und war begeistert. Vorher kannte ich nur diese ganz krass, minimalistisch aufgenommenen Hirntot-Sachen, die ich mir nur einmal geben konnte, weil die Quali so krass dreckig war, aber nach dem Album war ich positiv überrascht. Sowohl inhaltlich als auch technisch hat mich das voll angesprochen. Solche Musik wollte ich auch machen, also hab ich ihn einfach angeschrieben, dass war so die Zeit, kurz bevor ich „Hartes Buissness“ rausgebracht habe. Blokk meinte dann, das wir einen Track für sein Album und einen für mein Album aufnehmen können. Als ich bei ihm dann vorbeigegangen bin, war ich total überrascht, weil ich den Typen vorher noch nie gesehen hatte und nur von seiner Musik kannte. Wenn man sich den Typen so anhört, dann hat man ein ganz anderes Bild von ihm und dann kommt auf einmal so ein ganz normaler Atze um die Ecke und man denkt nur:  Jo, korrekter Kerl.

Blokkmonsta: Das muss er jetzt sagen, sonst läuft sein Vertrag gleich wieder aus. (lacht)

Rako: Ab da ging es Schlag auf Schlag, erst haben wir einen Track für ihn aufgenommen, dann für mich und dann noch einen Promotrack. Das hat direkt gepasst. Daraufhin haben wir überlegt ob wir auch ein wenig mehr zusammen machen. Daraufhin haben wir uns hingesetzt und uns kam die Idee ein gemeinsames Album zu machen. Kurz bevor das Album dann fertig war, hab ich das  Angebot bekommen, bei Hirntot zu unterzeichnen. Ich hab mich auch von Anfang an direkt wohlgefühlt. Ich hab mich auch mit jedem auf Anhieb gut verstanden. Wir kommen ja alle aus der gleichen Ecke und ich hab ja früher auch viel mit Frauenarzt oder Bogy gemacht und zwei Alben über Bassboxxx rausgebracht…

rap.de: Südberliner Connection halt.

Rako: Ja genau. Das ist so ’n Nachbarschaftsding, da greift man sich ja gerne mal gegenseitig unter die Arme.

rap.de: Solange es nur die Arme sind.

Rako: Ja, normal. (lacht)

rap.de: Was war der Grund für die Indizierung von „Mentaler Kriegszustand“ damals?

Rako: Gewaltverherrlichung, Volksverhetzung, irgendwas gegen Schwule… sobald man damals „schwuler Spast“ gesagt hat, dachten die sich gleich, dass es diskriminierend gegen Schwule gemeint ist. Sie verstehen halt nicht die Sprache der Straße. (lacht) Jedenfalls waren da einige Sachen drin, über die ich damals noch nicht weiter nachgedacht habe. 2004 war ich 19, als ich das Album geschrieben habe, war ich zwischen 17 und 18 Jahre alt. Damals war ich halt noch leichtsinniger und bin anders an die ganze Sache ran gegangen.  

rap.de: War das noch die Rako-Panzer Zeit?

Rako: Die ist sie eigentlich immer noch. Die Zeit ist durchgehend.

Blokkmonsta: Er ist ja immer noch ein Panzer. Jetzt sogar noch mehr als damals. (lacht)

 

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