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INTERVIEW

14.11.2012 Autor: Oliver Marquart

Interview mit Rako

Resozialisierung: Hirntot Records


rap.de: Stimmt, ich kann mich noch an einen Auftritt 2003 auf einem Freestylebattle erinnern, da warst du noch um einiges dünner.

Rako: Ja, das lag halt auch daran, dass ich früh mit dem Kiffen angefangen habe und dadurch hatte ich extreme Probleme mit dem Stoffwechsel, dadurch war ich auch extrem dünn. Mit Anfang 20 hab ich dann aufgehört zu buffen.

rap.de: Ist es so, dass man, wenn man das neueste Signing bei HT ist, am Anfang von den Fans auch gefrontet wird? Nach dem Motto: Was will denn der Neue da?

Rako: Ja, ein paar Leute machen das immer noch so. Ich hab auch den größten HipHop-Einfluss von allen HT-Rappern. Also dieser normale HipHop-Einfluss, wie zum Beispiel auf Jams fahren oder auf Freestylebattles auftreten. Du würdest einen Blokkmonsta niemals auf einem Festivalgelände, wie dem splash! zum Beispiel, sehen. Der schiebt da einen richtigen Hals drauf. Und wenn ich mit Schwartz über Kleidung rede, dann ist das so, als ob ich mit meinem Großvater über Kleidung rede. Wir haben halt einfach ein komplett unterschiedliches Bild. Auch von den Fans wurde das am Anfang so aufgefasst, dass jetzt jemand kommt, der eigentlich aus einer ganz anderen Richtung stammt und das obwohl meine alten Sachen auch schon ziemlich hart und aggressiv waren. Dieser HipHop-Einfluss wie Käppis tragen, die ein wenig schräg sind oder zu große Klamotten oder buntere Klamotten, daran haben sich viele Fans am Anfang ziemlich gestoßen, aber mittlerweile bin ich vom Großteil akzeptiert, wenn auch noch nicht von allen. Ich hab mich aber auch schon ganz gut integriert und mich von den HT-Jungs beeinflussen lassen. Man profitiert halt von allen Seiten, sowohl ich als auch die anderen Künstler.

rap.de: Wie äußert sich denn der Einfluss?

Rako: Besonders die Themenwahl spielt eine große Rolle. Als ich mein erstes Album 2004 raus gebracht habe, dann war das schon ziemlich hart und ich hab viele Sachen mit Storytelling rausgebracht und auch viele Straßensachen. In der Zwischenzeit war ich dann viel auf diesen Crunk- und Partysachen unterwegs und vor allem auf den South- und Gangstershit. Aber mittlerweile hat sich das eingepegelt, dass ich mir Thematiken suche, aus denen man zum Beispiel auch einen Audiofilm machen könnte. Ich mach jetzt nicht mehr nur dieses stupide Club- oder Battlerap-Ding, sondern will versuchen einen roten Faden in meine Sachen mit einzubringen. Themen, bei denen die Leute auch mal den Kopf abschalten können und sich nur auf die Bilder in ihrem Kopf konzentrieren.

rap.de: Ist das das wichtigste für dich? Ein besonders bildhaften und filmartigen Track abzuliefern?

Rako: Das denk ich auf jeden Fall. Ich hab jetzt auch so langsam meinen Weg gefunden, den ich auch die nächsten Jahre so beschreiten möchte. Mir macht das halt Spaß und das bringt dann auch viel mehr Emotionen in die Tracks. Besonders, wenn man die Sachen, die man rappt auch nachfühlen kann. Auf dem Album zum Beispiel ist kein einziger Partytrack. Viel Gangsta-Rap, weil das mein persönlicher Einfluss ist, aber da kann und will ich auch gar nix dran ändern. So bin ich auch aufgewachsen, deshalb ist das auch in meinen Tracks drin. Da wo ich herkomme konnte man nur Scheiße bauen, einbrechen, was kaputt machen, Sachen verticken, das ging halt nicht anders.

 



Kommentare   

 
0 #2 Crunk 2012-12-08 02:40
rap für psychisch kranke
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+1 #1 GhettoMafiaCrip 2012-11-15 12:00
Feines Interview! Rako geht klar. Biomechanisch übrigens mit sensationell guten Beats! Danke auch an rap.de das HT hier stattfindet!!!
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