Interview mit Iggy Azalea

Eigentlich sollte sie Deutschland schon viel früher beehren. Ursprünglich war Iggy Azaleas Show in Berlin schon für November angedacht. Pünkltlich zum Nikolaus hat es dann doch noch geklappt. Die Rapperin mit dem goldenen Pferdeschwanz, die mit ihrem Video „Pu$$y“ praktisch über Nacht Berühmtheit erlangte und niemand geringeren als Gummiband-Mann T.I. im Rücken hat, war zu Gast in der Hauptstadt und lieferte einen energischen, sexuell aufgeladenen Auftritt ab. Nach dem schweißtreibenden Auftritt traf rap.de-Redakteur Janiv Koll die Australierin zum Interview. Entgegen der Erwartung, die ihre Videos vielleicht bei dem einen oder anderen geweckt haben, erwies sie sich als interessante und kluge Gesprächsparterin, die durchaus mehr Themen als ihre Muschi im Kopf hat.

iggy

rap.de: Erstmal: Hattest du eine gute Show hier? Wie gefällt dir Berlin?

Iggy Azalea: Ich hatte viel Spaß hier, ja. Berlin ist großartig. Außerdem habe ich die Show ausverkaufen können. Es war also ein guter Abend.

rap.de: Ich hoffe, du bist noch fit genug, um die ein oder andere Frage zu beantworten?

Iggy Azalea: Ja, klar. Schieß los.

rap.de: Du hast dein Schicksal recht früh in die eigenen Hände genommen und bist von Australien in die USA ausgewandert. Warst du immer zu 100 Prozent davon überzeugt, das Richtige zu tun? Hattest du nie die Angst, dass dieser Entschluss dich irgendwann verfolgen wird?

Iggy Azalea: Anfangs: nein. Überhaupt nicht. Ich war jung und naiv. Ich denke, es ist einigermaßen normal, das man sich in dem Alter, in dem ich war, mehr oder weniger unverwundbar fühlt…..Wenn ich das rückblickend bewerte, war 16 schon verdammt jung. Teenager denken ja irgendwie immer sie seien kugelsicher. Es ist mit fehlender Weitsicht einfach schwer zu beurteilen, wie verrückt und auch gefährlich ein solches Vorhaben ist. So war das auch bei mir. Zu der Zeit war mir absolut nicht bewusst, wie verrückt diese Idee war. Ich habe mir über die möglichen Konsequenzen eigentlich keine Gedanken gemacht. Irgendwann war ich dann so sehr in dieser Idee gefangen, dass ich wirklich keinerlei Gedanken an ein Scheitern meines Planes verschwendet habe. Das erste Mal, als so etwas wie ein kontroverser Gedanke aufkam, war kurz vor der Auskopplung von “Pussy“. Da wurde ich nämlich 21 und somit volljährig. Da dachte ich dann zum ersten Mal: “Scheiße. Ich habe keinen Abschluss, ich hatte seit Jahren keinen Job, ich lebe illegal…“

rap.de: Ach, du warst illegal in den Staaten?

Iggy Azalea: Ja, tatsächlich…Ich hatte kein Visum. Ich dachte einfach: Fuck it.

 

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