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INTERVIEW

20.03.2013 Autor: Oliver Marquart, BlackBarry

Interview mit Liquit Walker

Berlin bleibt doch Berlin


Man könnte es sich jetzt wieder einfach machen und den Artikel über Liquit Walker mit dem berühmten Savas-Zitat "Ihr habt lange genug gewartet, dass..." einleiten. Okay, das wäre vielleicht ein bisschen billig. Aber: Bei welchem anderen Rapper derzeit trifft dieser Satz so dermaßen ins Schwarze wie bei dem stolzen Ostberliner? Buchstäblich seit Jahren angekündigt ist sein Album. Nun aber steht es wirklich kurz bevor - auch dank des Signings bei den Freunden von Niemand. "Unter Wölfen" heißt das Debütalbum, mit dem Liquit den Schritt vom gefürchteten Freestyle-Battle-Gegner zum ernstzunehmenden Album-Rapper schaffen will.  

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rap.de: Du bist einen ziemlich langen Weg gegangen. Das erste Mal, als ich dich wahrgenommen habe, war 2005  auf einem Freestyle-Battle, das Staiger moderiert hat. Da hießt du noch Liquit One.

Liquit Walker:Das war alles für total überwältigend, weil ich erst Ende 2004 aufgehört hatte, andere Texte nachzurappen und versucht, Sachen selber zu schreiben. Mitte 2005 war ich dann relativ weit fortgeschritten. Ich hatte kein Equipment, keine Studio, wo ich aufnehmen konnte, keine Connection, kein Cash. Folglich bin ich auf Battles gegangen. Was auf jeden Fall gut funktioniert hat.   

rap.de: Du hast diverse Titel einheimsen können.

Liquit Walker: Ich habe bei keinem Battle so richtig krass verkackt. Meist war ich mindestens im Finale. Damals war es so, dass du als Berliner in der Battle-Szene nicht so beliebt warst. Die Battle Szene war eine sehr reale Szene, mit vielen Backpackern. Berlin war zu der Zeit aber in der Hochphase von Aggro Berlin. Das war so, wie wenn du in eine andere Stadt gehst und sagst, dass du Bayern München-Fan bist. Natürlich haben die den meisten Erfolg, aber gleichzeitig auch die meisten Hater. Und so wurde ich dann beim Battle of the Months-Deutschlandfinale komplett geopfert. In der ersten Runde habe ich gleich ausgepackt "Hier ist der Berliner, ich mach jeden kaputt". Dann haben die mich ge-Eko-t und mir eine Flasche an den Kopf geworfen. Ich bin dann komplett ausgerastet und hab in die Crowd getreten. 

rap.de: Dieses Battleding hat dich sehr als Rapper geprägt, oder?

Liquit Walker: Dieses Battleding war wirklich alles für mich. Ich bin Berliner und war schon immer Patriot. Egal wo ich hingegangen bin, bin ich mit wehenden Flaggen um die Ecke gekommen. Wenn ich dafür auf die Fresse bekommen habe, weil die Leute meinten Berlin sei scheiße, dann war das eben so. Ich werde meinen Patriotismus, meine Stadt, meine Heimat, meine Herkunft, meine Liebe nicht verbergen, niemals. Und so war es auf den Battles auch.

rap.de: Wann hast du das erste Mal darüber nachgedacht ein Album aufzunehmen?

Liquit Walker: Einer meiner heute noch besten Freunde hat sich damals ein bisschen Geld besorgt und sich davon ein Mikrophon gekauft. Er hatte einen Computer mit Cubase drauf. Das war um 2006, 2007 herum. Ein Album zu machen stand für mich zu der Zeit überhaupt nicht zur Debatte. Ich hatte keinen wirtschaftlichen Antrieb, bestimmte Ziele zu erreichen. Aus meinen Battlehintergrund heraus wollte ich einfach nur Respekt bekommen. Wenn ich Texte geschrieben habe, dann habe ich auch immer nur gebattlet. Für mich war es immer ich und meine zwei, drei Kumpels gegen den Rest der Welt.

rap.de: Wie hast du dich die ganze Zeit über Wasser gehalten?

Liquit Walker: Ich war eine Zeitlang arbeitslos, bin aber nicht zu irgendwelchen Ämtern gegangen. Da hab ich wirklich gestruggelt und mich mit Moderationsjobs und einzelnen kleinen Auftritten über Wasser gehalten. Aber ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass ich mich in meinem Leben noch nie hingesetzt, ein halbes Jahr lang gewartet und mich auf Vater Staat ausgeruht habe. Ich bin immer straight arbeiten gegangen, brauchte mein Geld dann aber auch, um Essen und Miete zu zahlen und um mich um meine Familie zu kümmern.

rap.de: Wer hat dich beeinflusst, als du angefangen hast?

Liquit Walker: Raptechnisch war ich komplett unbeeinflusst. Es gab in meinem Umfeld, auf meiner Schule, zwei oder drei Leute, die Rap gehört haben, die aber nicht zu meinem direkten Freundeskreis gehörten. In der 10. Klasse gab es dann ein paar Jungs, die Rap gehört haben. Zu der Zeit ging es dann mit Samy los. Das habe ich gepumpt und gefeiert und nicht so wie die meisten Berliner gehatet, konnte mich aber letztlich nicht zu 100% damit identifizieren, weil das Hamburg war. Ich habe auch Savas gehört, konnte es mir aber nicht anhören wegen des Kellersounds. Ich war vom Sound her ein großer 3p-Fan. Die erste Xavier Naidoo-Platte die ich gehört habe, da waren Songs drauf, alles vorbei! Von "Freisein" gab es damals einen Remix mit Drums, der hat alles zerstört. Der Berlinflavor mit der rotzigen Attitude von Savas, gepaart mit dem Battleding von Samy und dem Sound von 3p - das wäre es für mich gewesen! Aber sowas gab es leider nicht.  

 



Kommentare   

 
+3 #14 Kaiser 2013-03-27 11:22
Also ich kann ja verstehen das ihr alle Berufshater seit aber habt ihr alle nen Knall nichts von dem was ihr hier behauptet hat er in seinem Interview gesagt.Er hat gesagt das er Gangsarap nicht toll findet sondern nur das es vom Sound am meisten Rap ist.Berlin ist auch nicht so vielseitig weil man in Westberlin nicht zur Bundeswehr musste und die Kreativen leben eh im Ostteil und nicht im total verprollten Westberlin wo es an jeder ecke nur ich schwöre und Wallah heist.
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+3 #13 Pauli 2013-03-25 10:07
Ohne Witz, wie alle es einfach nicht raffen was Liquit gesagt hat! Hahahaha echt lustig :D
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-1 #12 10xer 2013-03-24 13:54
Ihr macht hier alle einen auf miese HipHop OneLove Spassties aber verschwendet nicht einen Gedanken an die "walk in my shoes" thematik. Kaum redet ein Rapper mal nicht die ganze Zeit von Mütter ficken und Drogen und erzählt den Kids das sie mit 13 Ficken sollen drehen alle ab. Vielleicht sollte man dazu mal das 16bars interview gcuken da sieht man nämlich mit stimmlage und ausstrahlung, dass er nicht so radikal ist wie es rüberkommt. einer der patentesten und kredibilsten Künstler in Deutschland! Echter HipHop ohne schnörkel und mit richtig eiern ihr pseudointellekt uellen Weichflöten!
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+1 #11 dundun 2013-03-23 17:18
also ich bin kein fan von irgendnem patriotismus, aber ich find den dude patent und würd mit herrn walker auch nen bier trinken gehn.easy.
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+4 #10 dannybrown 2013-03-21 09:32
danny brown sagt: (http://www.cocaineblunts.com/blunts/?p=6666) denken. er beschreibt diesen typ mensch sehr gut:

You know, niggas ain’t fucking with it. It’s the same shit though. These niggas don’t really understand what hip hop is supposed to be. The people that fucked with all the shit I named and still branched out into all those other genres and shit, that’s who fuck with my music. It ain’t the super hip hop heads who think hip hop is just supposed to be what it is. They think hip hop is supposed to sound the same way and it’s supposed to be what it was. Really I thought hip hop was supposed to be an expression of youth. If you just doing something that’s true to yourself then that’s hip hop.
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0 #9 errt 2013-03-21 08:55
Wenn Berlin das einzige ist mit dem er sich profilieren kann aufgrund irgendwelcher Hirngespinste, hat er vom Leben und Berlin leider nichts verstanden...

Solche Nichtsnutze versauen immer noch das Image von Hip Hop in Deutschland durch ihre hängengeblieben e dumme Art. Wenn ein 18-jähriger so redet, weil er zu viel Bushido Kacke gehört hat, kann man das ja leider noch nachvollziehen, aber der Junge ist doch bestimmt schon an die 30.

Naja, sollen die Berliner sich mal in Ruhe selbst feiern...
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+3 #8 Forever Alone Typ 2013-03-20 19:31
Liquit ist so ein arroganter berlin-hinterwä ldler... der erinnert mich irgendwie an cletus de roy von den simpsons... dieses ekehafte berlin-gelaber. .. uiuiui.. der stolze berliner der nur am beschweren ist. liquid du bist einfach nur ein bauer in einem großen dorf namens berlin... Freunde von niemand ? das mitten im leben des raps, die bildzeitung des raps.
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+10 #7 100% Berlin 2013-03-20 19:19
Lieber Walker,
Ich bin vor 34 jahren in Kreuzberg geboren und muss dir sagen, dein Berlin ist zum glueck nicht meins. Weisst du warum Berlin so geil ist, so anders, voll herz und voller alternativer lebensentwuerfe ? Weil man z.b. frueher nicht zum bund musste wenn man in Berlin gelebt hat, darum sind die ganzen freaks, kuenstler etc nach Berlin gezogen. Erst dadurch das verschiedene welten aufeinander geprallt sind, erst dadurch wurde es so lebendig und kreativ. Berlin ist keine stadt, Berlin ist eine metropole und gegensaetze erzeugen spannungen und das ist geil und gehoert dazu. Und die schwaben haben mehr gutes nach Berlin gebracht als schlechtes Und klar, schwaben "yuppies" finde ich genauso scheisse wie arogante alt Berliner.Also geniesse das Berlin wie es jetzt ist,es bringt nicht viel der alten zeit und deinem alten Berlin nach zu weinen.Berlin war schon immer offen fuer andere und jeder konnte teil dieser stadt werden,das hilft auch dein meckern nicht,verstehst e ?
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-4 #6 Ali42 2013-03-20 19:18
zitiere RSS_FEED:
hahahahaha, der dümmste rapper deutschlands! inklusive der hässlichsten
pressefotos deutschland! high five an das brennende herz der unterschicht!


Wusste gar nicht dass du rappst.
o_O
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+8 #5 Don Promillo 2013-03-20 17:14
@ private baby
Mich stört es auch extrem das man versucht gewisse Teile von Berlin zu Schickimickisze nevierteln zu machen, nur kommt man mit: Scheiß Schwaben, scheiß Zugezogene, ich bin Berliner in fünfter Generation, blabla nicht weiter. Was bringt dir dieser übertriebene Lokalpatriotism us. Ist er was besseres nur weil er eben in Berlin geboren ist. Ich bin auch in Berlin geboren, ich häng mir das aber nicht ständig an, ich bin ein Schöneberger, trotzdem muss ich nicht den Rest meines Lebens in Schöneberg hocken und mich gegen jegliche Veränderung streuben. Und dann noch so dumm rauslabern: Ja für Politik interessier ich mich nicht, will ich auch nicht wissen, aber Scheiße finden tu ichs trotzdem mal aus Prinzip. Davon mal abgesehen kommt der Junge eh nicht ausm Arsch, da kann er noch soviel seine Flagge wehen.
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