Interview mit Ali As

Bis auf ein paar exklusive Songs ist es in den letzten Jahren etwas ruhiger geworden um den 33-jährigen Münchner. Könnte man meinen. Was er in der Zeit musikalisch gemacht hat, wie sein Album wird und wie viel Output er 2013 noch haben wird, erzählt uns Ali As, der das Dollarzeichen in seinem Namen gestrichen hat, nur zu gerne. Außerdem war er so frei, uns einen exklusiven Song zu schenken, nämlich „Stichwaffen“ mit Morlockk Dilemma

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rap.de: Ali, das letzte große musikalische Lebenszeichen ist mittlerweile fast schon 5 Jahre her. Du lebst aber noch?

Ali As: Ja, ich bin fitter und fresher als je zuvor. Ich hab hart trainiert, sowohl physisch als auch mental. In der Zwischenzeit habe ich u.a. einen Soundtrack für einen Kinofilm, diverse Alben (darunter auch Top10) für andere Künstler aus verschiedenen Bereichen geschrieben. Desweiteren war ich mit der Band Kellerkommando sehr viel auf Festivals und Shows unterwegs und habe meine Livequalitäten optimiert. Das sind alles Sachen, die die Leute draußen nicht zwangsläufig mitbekommen.

rap.de: Also bekommen wir keine schneidigen „Ich bin back“ – Addlips zu hören?

Ali As: Das wäre totaler Unsinn. Ich war nie wirklich da, und auch nie wirklich weg. Es hat noch gar nicht richtig angefangen. Ich bin zwar kein unbeschriebenes Blatt, aber es ist noch so gut wie weiß.

rap.de: Neben dem Label-Sampler „Liebling, ich habe das Label geschrumpft“ und ein paar Juice-Exclusives ist es dann doch relativ ruhig geblieben. Nun hast du für März 2013 dein zweites Album „EMWIMO“ angekündigt, die Single „Lucy“ hast du schon gedroppt. Klär uns auf.

Ali As: Zunächst mal ist es so, dass ich „EMWIMO“ nicht als zweites Album sehe. Um es mit der normalen Kategorisierung zu beschreiben, kann man „EMWIMO“ irgendwo zwischen EP und Album ansiedeln. Es sind 10 neue Songs, die Albumniveau haben. „Lucy“ ist wenn man so will eine Art Streetsingle. Die richtige Single zu „EMWIMO“ wird „Ich treffe dich dort“ sein, zu der auch in den nächsten Wochen ein großartiges Video erscheint.

rap.de: Auf Twitter liest man oft das du mit dem aktuellen Sound von deutschem Rap nur bedingt etwas anfangen kannst. Wird „EMWIMO“ also musikalisch und lyrisch eines der innovativsten Alben 2013?

Ali As: Das müssen dann letztendlich die Hörer entscheiden. Hierzulande machen einige den Fehler, dass sie selber Rick Ross hören und dann denken sie machen jetzt auch Musik wie Rozay oder sonst jemand. Dass Rick Ross aber eine gewaltige Stimmpräsenz hat und Engineers, die ihn auf die Trapbeats oder Soulinstrumentals so on point mischen und mastern ignorieren die dann komplett weg, und denken es reicht, wenn die Produzenten paar 808s und windige Synthies auspacken. Ich gönn‘ mir auch gerne MMG-Mucke. Aber ich hab einfach gemerkt, dass ich mit meinem eigenen Stil weitaus besser fahre und mächtige Songs erschaffen kann, die die Hörer komplett in meine Gedankenwelt eintauchen lassen. Zu den Lyrics auf „EMWIMO„: Das ist das Beste was die Leute von mir bisher am gehört haben sein werden tun Shiiiiishhhh (Flirt Voice). „EMWIMO“ hat keine Kindergarten-Pianolines und auch keine „Try Again„-Snare drauf. Whoop Whoop (Meek Mill Voice).

rap.de: Du meinst also, dass hierzulande zu viele Rapper den Ami-Film fahren und zu sehr abkupfern, sprich biten?

Ali As: Das meinte ich damit nicht. Jeder bitet oder lässt sich inspirieren. Das ist kein deutsches Phänomen, sondern ein menschliches. Der Unterschied liegt eher darin, wodurch man sich inspiriert und wie weit man die Herangehensweise seiner Idole dann übernimmt. Bei manchen ist es offensichtlich, bei anderen weniger. Wenn am Ende ein gutes Gesamtprodukt dabei rauskommt, darf jeder von mir aus soviel „biten“ wie er will.  Leute, die Whiskey destillieren bedienen sich teils an bereits bestehenden Whiskey-Sorten und vermengen die nach ihrem Ermessen. Wenns schmeckt, wen juckt’s? Biten im Sinne von Zeilen eins zu eins übernehmen, Melos klauen oder Beats nachbauen geht aber gar nicht. Bei Drake regt sich kaum einer auf, dass sein ganzes Dasein auf Kanyes808 & Heartbreaks“ und Weezys Rapstyle basiert. Warum? Weil er selber auch ein ganz krasser Künstler ist, der ein enormes Talent hat. Ob es einem passt oder nicht. Was ich mir nicht geben kann, sind schlecht rappende und innovationslose Künstler. Egal ob die zu viel Wu-Tang, zu viel Booba oder zu viel MMG gehört haben. Ich persönlich habe sehr viel Simon & Garfunkel gehört.

 

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