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25.08.2011 Autor: Oliver Marquart

Reaktionen von Laas und Schwartz

Der ewigen Download-Diskussion zweiter Teil

Gestern habe ich in einem Beitrag die "Anti-Download-Kanmpagne" von Laas Unltd. kritisiert und angemahnt, die Künstler, in diesem Fall vor allem die Rapper, sollten sich lieber auf neue Gegebenheiten wie die massenhafte Verbreitung von Musik, Filmen und Texten durch das Internet einstellen anstatt einen aussichtslosen Kampf gegen Windmühlenflügel zu führen.

Gestern abend erreichte mich dann ein offener Brief von Laas' Manager, in dem dieser Bezug auf unseren Kommentar nahm und seine Sicht der Dinge darlegte. Er wies darauf hin, dass es aus seiner Sicht genügend legale Formen gebe, sich von Laas' neuem Album "Blackbook" vor einem möglichen Kauf einen Eindruck zu verschaffen, beispielsweise beim Streamingdienst simfy oder auch bei unseren Kollegen von Mixery Raw Deluxe, bei denen es seit gestern die Möglichkeit gibt, das komplette Album in einer Live-Version zu hören.

Im weiteren legte er Wert darauf, dass es sich bei der Kampagne nicht um einen Versuch handele, Downloader zu stigmatisieren oder zu verfolgen. "Wir bedauern zutiefst das diverse Deutschrap-Acts mit hoch bezahlten Anwälten gegen "Fans“ vorgehen. Wir bedauern zutiefst das es mittlerweile spezialisierte Agenturen gibt, die man damit beauftragen kann Urheberrechtsverletzungen zu verfolgen. Wir bedauern zutiefst das es bis heute noch keinen Einigung zwischen der GEMA und YOUTUBE gibt, damit Fans auch dort endlich wieder Musik genießen können." Stattdessen gehe es um "die Stärkung und Erweiterung des "Support“-Gedanken der Fans".

Und noch jemand schaltete sich in die laufende Diskussion ein, jemand, der eher nicht im Verdacht steht, besondere Sympathien für Laas Unltd. zu hegen: Schwartz von Hirntot. Dieser attestiert mir in einem recht polemisch gehaltenen Blogbeitrag "journalistische Schlampigkeit" und "intellektuelle Kurzsichtigkeit". Die von mir erwähnte Studie der GfK wird als "Milchmädchenrechnung" bezeichnet und deren Nichtveröffentlichung durch die Filmindustrie ins Reich der Verschwörungstheorien verwiesen. Schwartz beharrt auf seinem vermeintlichen Recht als Künstler, mit seiner Kunst Geld verdienen zu können und verweist darauf, dass ohne Geld kein gut hörbares Album zu produzieren sei.

Im Titel seines Blogs nimmt er interessanterweise Bezug auf einen Aufsatz des Philosophen Walter Benjamins von 1936, der "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit" heißt und feststellt, dass das Kunstwerk durch seine massenhafte Reproduktion (z. B. auf Tonträgern, in Funk und Fernsehen) einem Wandel unterworfen sei. Durch die Reproduzierbarkeit verliere es darüberhinaus seine "Aura". Folgt man Benjamins Ansatz einmal zum Spaß, so macht es jedoch keinerlei Unterschied, auf welchem Weg ein Kunstwerk (in diesem Fall ein Song) massenhaft verbreitet wird, auf CD oder als mp3-File. Die "Aura", die ein selbst erlebtes Konzert oder gar ein selbstgesungenes/gerapptes Lied haben, ist ohnehin nicht reproduzierbar.

Wie immer auch man zu all dem steht, ich finde es jedenfalls gut und sinnvoll, wenn durch Laas' Aktion, meinen darauf bezogenen Kommentar sowie die wiederum darauf bezogenen Erwiderungen und Einwände eine ernsthafte, sachliche und ehrliche Diskussion über die Verfügbarkeit von Musik und deren Folgen angestoßen wurde. 
 

Kommentare   

 
+1 #27 GOTT HAT HUMOR 2011-11-25 00:00
ARMES RAP.DE SOrry aaber seit der neue MÖCHTEGERN CHEF bei euch ist gehe ich nur noch sehr selten auf eure seite!!! (10 jahre rap fan und fast von tag 1 dabei wo ihr online gegangen seit!!!!), aber der Bericht vom Herr Marquart ist ja wohl an dummheit nicht zu übertreffen!!!

WIE WIRD SO JEMAND REDAKTIONSCHEF? ?????
naja egal war das letze mal das ich mir so ein scheiss durchlesen muss, also an alle geht z.b. mixery raw deluxe weil sind leute am werk die HIP HOP einfach verstehen!!!
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0 #26 Meinlieblingssatz 2011-08-29 00:00
Marquardt sieht sich also genötigt einige Worte zum Phänomen der illegalen Downloads zu verlieren, und beweist aufs journalistisch Allerschlampigs te eine katastrophale intellektuelle Kurzsichtigkeit .
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-1 #25 Rambuno 2011-08-27 00:00
Geil dass der vermeintlich anregendste Ansatz bei der ganzen Diskussion vom hirntot vogel kommt. Wer Walter Benjamins Werk gelesen hat, hat sich auf jeden Fall stärker mit Kunst auseinandergese tzt als ein Haufen Blog lesender/ verfassender Rapopfer.
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0 #24 aufzwanggehtgaarnix 2011-08-26 00:00
laas hat joghurt im kopf. und kinder mitm willen kriegen was auf den rucksack. zitat: "es ist so lang witzig,bis es nicht mehr witzig ist"
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0 #23 yoyo! 2011-08-26 00:00
"Stefan 25.08.2011
La(a aaaa)as wird von News zu News immer schwuler. Bei Oliver Marquart kann man das gleiche Phänomen beobachten." - :D :D :D ...
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+1 #22 Don Promillo 2011-08-26 00:00
@ gesichtsfaschin g: Glaub ich nicht, ohne das Internet hätten "Künstler" wie Laas oder Hirntod und viele andere nämlich gar keine Fanbase. Große Künstler können es sich leisten große Kampagnen zu starten wenn sie ein Album veröffentlichen bzw. haben bereits eine so große Fanbase dass das Ganze ein Selbstläufer ist. Ein kaum bekannter Untergrundartis würde ohne das Internet nur in seiner Stadt ausm Kofferraum raus verkaufen, durchs Internet kann er kostenlos Promo ohne Ende machen.
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0 #21 Wahrheit tut weh 2011-08-26 00:00
@gesichtsfaschi ng: Koof dir mal nen Fremdwörterbuch , vielleicht checkst du dann den Unterschied zwischen einem (guten) Argument und unbelegten Behauptungen... aber wahrscheinlich nicht mal dann. Ick geh jetz ma downloaden, ihr Spastis ;-)
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+2 #20 gesichtsfasching 2011-08-26 00:00
@ polauke: verpiss dich aus rap foren du rassistischer mongo. @donpromillo: so kann man argumentieren, aber neben verkäufen gibts gema, die auch zum verdienst gehörig beiträgt.ausser dem hinkt deine logik in dem punkt, dass das internet die grossen grösser und die kleinen kleiner gemacht hat. vor gut 15 jahren konnte man als underground artist nämlich noch sehr gut existieren, auch aus verkäufen.heute gar nicht. deine rechnung geht nur bei jay-z und konsorten auf. ob 300k oder 320k is dem auch schon egal. @marquart: wenn man sich selbst von einem typen zu tode argumentieren lässt der unter dem namen hirntot agiert, sollten doch die alarmglocken läuten...bite mach ne fortbildung. das ist schund
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-7 #19 Kollegah der Boss 2011-08-26 00:00
So meine Freunde, am 14.10.11 kommt mein neues Album Flex, Sluts & Rock´n Roll in die Läden. Angefüllt mit lyrischer Eloquenz des Bosses. Das so ein Lauch wie der Laas wieder mal versucht sich eine Rapkarriere durch solch ein Thema aufzubauen, ist ja nichts neues. Auch im neuen HDF Video versucht er wieder mal etwas Glanz von meiner bosshaften Aura zu nehmen. Aber nix da meine Freunde, sowas muss man einfach übersehen wie Zeitungsartikel . Also kauft Euch mein alles zerberstendes Album, schaut euch an wie ich wieder einmal die Welt bereise und euch dabei mitnehmen meine Freunde. Also Obacht! Selfmade-Record s.de, Euer Boss!
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+2 #18 LeberJohnny 2011-08-26 00:00
Boxxer 25.08.2011
imme rhin is schwartz nich vorbei gekommen und hat dich geschlagen.

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für mich die plausiblere argumentationss trategie.
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