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12.09.2011 Autor: Seki

Rap und Jugendgefährdung

Bushido bekommt Recht - UGK Manager wird boykottiert

Wenn sich ehemalige böse Jungs geläutert zeigen, ist das etwas Schönes. Noch schöner, wenn sie ihre Energie dann in positive, zukunftsfördernde Projekte stecken.
Jugendarbeit ist hier ein großes Steckenpferd. Hinzu kommt dann auch, dass sich Kinder und Jugendliche aufgrund ähnlicher Lebensumstände besser mit dem ehemaligen Rapper, als mit einem Anzugträger identifizieren können.

Der Weg schien also geebnet für Byron Amos, seineszeichens ehemaliger Manager der Hip Hop Formation UGK, eine Karriere im Bildungswesen einzuschlagen. Der langjährige Weggefährte von Bun B und Pimp C ist seit Jahren in die Schulpolitik von Atlanta involviert und bewarb sich nun um ein höheres Amt.
Nur leider hat er die Rechnung ohne eine konservative Elternvereinigung gemacht, die ihm infolge seiner Bewerbung, sowie angesichts seines Backgrounds ihre Unterstützung entzog.
Im Rahmen eines Interviews, das mit allen Kandidaten geführt wurde, stand Shawna Hayes Tavarez, Präsidentin der einflussreichen "Southwest Northwest Atlanta Parents and Partners for Schools“ dem ehemaligen Musikaktivisten mehr als skeptisch gegenüber.
Für Jemanden, der sich um ein solches Amt bewerbe und vorgebe sich um die Kinder zu sorgen, gehöre sich solche Musik nicht. Solche Musik sei genauso schlimm, wie Kinder zu bestehlen oder zu töten, so Taverez in einem Statement: "For him to actually want to run for the board and say that he cares about children, when what he's doing is using this music to do the worst for our children. It's like robbing them and killing them. It's like cheating for them" so Tavarez.

Etwas anders sieht das Verdaillia Turner. Die Vorsitzende der Lehrervereinigung von Atlanta betont, dass Amos sehr engagiert und zudem der einzige Kandidat ist, der ein Kind auf einer öffentlichen Schule in Atlanta habe: "Mr. Amos stood out as the only candidate with children in Atlanta Public Schools. He's been very actively engaged."

Diese Faktenlage sollte doch etwas wichtiger sein, als die Tatsache, dass Byron Amos irgendwann mal in ein paar UGK Videos zu sehen war.

Rapper und ihre jugendgefährdende Wirkung ist und bleibt aber anscheinend ein länderübergreifendes Thema.
So hat Deutschrap mal wieder eine eigene kleine "Gefährdet Rap die Jugend?“-Kontroverse, diesmal im beschaulichen Koblenz. Bushido hat am Wochenende ein Konzert in der schönen Stadt am Rhein gespielt, bei dem es im Vorfeld ziemlich drunter und drüber ging.
Das Jugendamt wollte Bus jugendlichen Fans nämlich den Zutritt verbieten. 14-16 Jährige sollten nur in Begleitung der Eltern, Jüngere gar nicht zum Konzert dürfen.
Der Veranstalter legte allerdings Widerspruch ein und das Verwaltungsgericht gab ihm am Freitag schließlich Recht. So durften 10-13 Jährige in Begleitung eines Erziehungsberechtigten, 14-16 Jährige uneingeschränkt zum Konzert. Einige Texte würden zwar durchaus "derbe Gossensprache“ beinhalten, deren Zumutbarkeit liege allerdings im Ermessen der Eltern, so das Gericht. Das Jugendamt müsse erst eingreifen, wenn die Grenze zur Gefährdung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls der Kindes überschritten ist, heißt es in der Urteilsbegründung.

Diesen rechtsstaatlichen Erfolg nahm der Ersguterjunge-Chef natürlich wohlwollend zur Kenntnis und kommentierte das Ganze während seines Auftritts mit offensichtlicher Häme, indem er dem Jugendamt vorschlug, sich um die wichtigen Probleme in diesem Land zu kümmern, zum Beispiel um Menschen, die ihre Kinder verhungern lassen. Hier der Video-Mitschnitt eines Fans:
 

Kommentare   

 
+1 #4 J-Dog 2011-09-13 00:00
@zezeTT-O, du haßt recht, die sollen sich mal darum kümmern, Bushido ist nebensache, wenn man auf ein Konzert geht von nem Künstler der auch mal ausdrücke verwendet die nicht jugendfrei sind muss man halt FSK 16 oder 18 machen, oder zensieren (clean worte sowie z.B. Cee-lo green Fuck You wurde zu Forget you)
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+4 #3 ... 2011-09-13 00:00
naja, das ist ja das scheinheilige der Regierung. Große Konzerne/ Politiker usw. dürfen ALLES! und die kleinen werden bei der ersten Sache belangt! Es ist doch wirklich Schlimm ausdrücke und Gossensprache zu hören, aber wenn durch Kürzungen und falsche politik die Leute alles verlieren und in der Gosse leben, ist das okay. Solange die oben immer fetter werden! War schon immer so, ist so und wird immer so beleiben.Kurz, eigentlich ist noch alles beim Alten, wie zur zeiten Roms oder dem Mittelalter, gesellschaftlic h gesehn...Sklave n/Tagelöhner und Leiharbeiter, Gutsherren und Vorstandsvorsit zende...Feudalh errscher und Konzerne...
Das kann man auch auf andere Themen münzen Z.b. Ego-Shooter, es ist "böse" virtuell zu "ballern" aber es ist legetim in der Wirklichkeit Krieg zu führen!
und zu den Amis kann man echt langsam nichts mehr sagen...da wird einer fertig gemacht, wegen dem "bösen" Hip Hop, und die anderen haben ja anscheind so viel vertrauen in ihre eigene Arbeit, dass sie ihre Kinder auf die Privatschulen anmelden. Soll das Volk verblöden, die "Elite" lebt in ihren Schlößern prächtig! ...das Geilste aber ist...das wird uns als "Demokratie" verkauft. Und es gibt immernoch genug Dumme (siehe Staiger, Marquardts dämliche Kommentare/mein ungen in News, Interviews usw.) die glauben das auch noch!
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+3 #2 brln 2011-09-12 00:00
Mich aber. Sollte wirklich mal um 17 Uhr Pro Sieben einschalten. Warum erfährt man sowas erst in einem Rap.de comment..
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+2 #1 zezeTT-O 2011-09-12 00:00
Das Jugendamt soll sich wirklich um wichtigere Sachen kümmern,.. auf "taff" (pro7) zeigen die schon um 17uhr titten und muschis und hauptthemen sind sex & co. ... interessiert aber niemanden in der politik!?
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