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REVIEW

13.09.2007 Autor: Nora

Bass Sultan Hengzt - Schmetterlingseffekt

"Ich sag zum letzten Mal: "Rap braucht kein Abitur""

Redaktionsbewertung
Über das aktuelle Bass Sultan Hengzt Album wurde bereits im Vorfeld viel gesprochen und spekuliert, jetzt kann man sich endlich selbst ein Bild von „Schmetterlingseffekt“ machen, von einem Album, dass angeblich „mehr ist als „nur“ Rapmusik“ ist. Haken wir also zuerst genau da ein, bei der Musik. Produziert ist „Schmetterlingseffekt“ fast komplett von m3&Noyd, ein Beat kommt von Phrequency und zwei von Produes. Und diese Produzenten habe ganze Arbeit geleistet. Die Beats sind durchweg hochwertig und es reiht sich Kopfnicker an Banger an Kopfnicker…Zieht man das Intro und die beiden Skits ab, bleiben sogar auf dem „normalen“ Album, das wir hier betrachten, 19 Tracks übrig.

Kommen wir zum Eingemachten. Nach dem in fast jedem Bass Sultan Hengzt Interview zitierten Spruch, nerven die restlichen (überflüssigen) knapp anderthalb Minuten des Intros bevor es dann gut losgeht. „Blockbuster“ ist ein guter Einstieg, aber hatte Bass Sultan Hengzt nicht gesagt, dieses Album sei anders? Ja, und richtig, schon der Titeltrack ist deutlich sanfter und ernsthafter, „Ghettopräsident“ dann der erste richtig gute Track. Battle in Bass Sultan Hengzt Manier und nahtloser Übergang zu „Scheiss was drauf“. Das „Streben nach Glück“ strotz nur so von einfallslosen Reimen und die von Josof gesungene Hook mach das nicht besser. Ab „Vergessene Jungs“ geht es dann steil bergauf, das Niveau fällt auch nicht mehr ab und spätestens (!) ab hier versteht man, was hier "anders" ist, nämlich die textliche Tiefe. BSH glänzt besonders auf einem (leicht überladenen) sentimentalen „Mein Engel“, einer unglücklichen Liebesgeschichte. Die Liebe scheint den Mann im Guten wie im Schlechten sowieso gehörig zu beschäftigen sie wird auf jeden Fall viel thematisiert. „Seelenfrieden“, zu dem auch Sido einen Part beisteuert ist ein Highlight, in „H.E.N.G.Z.T.“ wird dann noch mal abgerechnet („Ich fick die deutsche Rapelite!“) und es fallen einige Namen, „Das letzte Mal“ ist ein mehr als gelungener Abschluss und Abschied.

Bass Sultan Hengzt hat in seinen Battletracks nicht die kreativste, aber eine ehrliche Wortwahl, gepaart mit durchaus witzigen Vergleichen und überzeugt auf den deeperen Stücken durch seine neue, nachdenkliche Seite, die, so phrasenhaft das auch ist, sehr erwachsen klingt. Man kann Bass Sultan Hengzt getrost Kommerzialisierung oder sein „brav“ werden vorwerfen, Fakt bleibt trotzdem, dass dieses Album hochklassig mitspielt, musikalisch und textlich und das Massenkompatibilität nicht zwangsläufig etwas Schlechtes ist, sondern auch schlicht eine Qualitätssteigerung bedeuten kann.

Kommentare   

 
0 #1 anonymer der anonymsten der Anonymer 2008-04-27 00:00
Ich finde Hengzt hat sich auf diesem Album gesteigert vor allem von der Technik dabei hat er aber auch ein bisschen an Härte verloren, dass den Fans von Rap braucht kein Abitur/immer noch kein Abitur nicht passen wird. Der Flow ist wie immer hammer. Hengzt hat endlich erkannt das Rap nicht nur aus Battletracks und Sexsongs besteht sondern auch aus tiefsinnigen Texten mit denen sich jeder indentifizieren kann. Wem dass nicht gefällt der wartet auf das Zahltag Album, dort werden laut Hengzt pro Minute 16 Mü**** gef****

MFG Anonym
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