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REVIEW

23.07.2012 Autor: Quelle

The Alchemist - Russian Roulette

Russische Shroom-Musik

Redaktionsbewertung

Da ist es also, das neue Alchemist-Album. Nachdem uns der Kalifornier bereits Anfang des Jahres zusammen mit seinem Bruder im Geiste Oh No "Vodka & Ayahuasca" servierte, wird nun also Roulette mit Samples aus der ehemaligen Sowjetrepublik gespielt. Al lernte die Beatbaukunst einst von niemand geringerem als DJ Muggs von Cypress Hill, einen Namen machte er sich außerdem durch die Zusammenarbeit mit Dilated Peoples, Mobb Deep und Hunderten anderen mehr oder weniger bekannten MC's.

Schon das Cover auf dem in stilisierten kyrillischen Lettern der Titel, der Künstlername sowie eine kaleidoskopartige Grafik zu sehen sind, lässt uns darauf hoffen das Alchemist tief in russichen Psychrock- und Jazzgewässern gewatet ist. So ziemlich das gesamte Who-Is-Who der amerikanischen Undergroundszene hat sich zudem die Klinke in die Hand gegeben, um sich auf Alchemists Instrumentals zu beweisen.

Das Intro "Soundcheck"  bestimmt schon gut die Soundästhetik der gesamten LP: Ein Sample, das so klingt als wäre Juri Gagarin gerade mit seinem Shuttle in den Kosmos gestartet, plätschert vor sich hin, komplett ohne Drums, ohne Synthie, ohne Schnörkel, überhaupt nicht das, was man von Alchemist erwartet hätte. Auch die anderen Beats klingen eher nach Madlib'scher Bauart als nach typischen Alchemist-Brettern alá "Worst Comes to Worst" oder "The Name's Bill".

Es ist extremst schwierig, sich aus den 30 Titeln einen oder mehere Höhepunkte herauszusuchen, da das gesamte Album ineinander verwoben ist, die Interludes sind nicht wie meist bei anderen Rapalben lieblos dazwischen geklatschte Versatzstücke, sondern klug eingebettete, vor sich hin wabernde Soundkulissen. Natürlich gibt es positiv hervorzuhebende Songs wie "Flight Confirmation" mit Schoolboy Q und Danny Brown, vollkommen verrücktes Ding, das jeden Indie-Rap-Fan das Herz höher schlagen lässt. Das in sich geschlossene Soundbild ist aber auch das Problem des Albums, es wird kein richtiger Spannungsbogen erzeugt, alles klingt ziemlich gleich und hat eher den Charme eines Rare Groove-Samplers mit Rap-Einlagen, als eines vollkommen von Alchemist produzierten Albums.

Die Grundidee des Albums gefällt also eigentlich gut, leider happert's ein wenig in der Ausführung. Zwar hat Al die Elite der Untergrund-MCs aufgefahren, sprich: u.a. Evidence, Fashawn, Roc Marciano, Action Bronson, Guilty Simpson aber bis auf Schoolboy Q und Danny Brown legt keiner einen wirklich erinnerungswürdigen Auftritt hin. 

Freunde des Stones Throw-Camps und Madlibs Medicine Show-Reihe können also bedenkenlos zugreifen, Leute, die ältere Alchemist-Produktionen mögen, sollten möglicherweise erstmal in diese trippige Reise aus russischer Musik reinhören, bevor sie Geld investieren.

VÖ: 27. Juli 2012
Label: Decon Records

Kommentare   

 
0 #2 StillDumbMFs 2012-08-02 11:19
An all euch -1-Geber: Der Kommentar kam VOR der Änderung. Macht nun natürlich weniger Sinn, also bitte heult nicht soviel rum. Danke..
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-5 #1 dumbMFs 2012-07-30 10:24
Label: Shady Records?! Ernsthaft?? Einfach nur aua...
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