Bonez MC – Krampfhaft Kriminell

Die Hamburger Jungs der 187 Strassenbande sind vor allem für harten, kompromisslosen Straßenrap bekannt, der direkt auf die Fresse gibt. Somit erwartet man vom ersten Soloalbum von Bonez MC auch nichts anderes als das. Das kurze „Intro“ erfüllt diese auch voll und ganz: Bonez wird gleich sehr druckvoll vorstellig: „Guck, er kam schleichend über Nacht einfach rein in die Stadt/Hat ein paar Schlagzeilen für die Zeitung gebracht„. Der Beat kommt sehr simpel und basslastig daher. Solider Einstieg.

Im weiteren Verlauf des Albums jedoch zuckt der Hörer des Öfteren überrascht zusammen. Bei „Mein Leben“ etwa fragt man sich, ob man sich nicht doch im Album geirrt hat. Der Rap von Bonez ist zwar gewohnt gut und direkt, leider wird er aber begleitet von einer mit Autotune bis zur Ungenießbarkeit entstellten Hook, die einen spontan zum skippen animiert. Und leider ist das nicht der einzige Autotune-Angriff auf Ohren und Nerven, so haben „Geile Zeit“ und „Heftiges Teil“ ebenfalls bearbeitete Hooks, wobei es bei letzterem aufgrund des schwer bassigen Beats noch erträglich, ja geradezu passend ist.

Es ist aber auch nicht alles missraten. Der Hamburger kann nämlich durchaus auch anders, wenn er will. Tracks wie „Die Zahlen an der Wand„, „Komm ran„, „Bonez ist im Haus“ und auch „Schnauze“ sind genau das, was man von einem Bonez MC hören will. Direkter, harter Straßenrap, der direkt in die Fresse geht. „Er ist wieder so gut drauf/Kickt die Wohnungstür auf/Dikka Bonez ist im Haus„. Bei „Willkommen in der Realität“ kommt Bonez zudem stark auf einem Beat voller E-Gitarren-Samples daher. Wären da nicht wieder diese Autotune-Einlagen – es wäre ein sehr starker Track! So bleibt aber ein fader Beigeschmack.

Zwischen diesen Extremen, Schatten- und Sonnenseiten, finden sich auch diverse Tracks, die weder einen Totalausfall noch die Neuerfindung des Rads darstellen. Auf „Die Geister die ich rief“ rappt Bonez über einen von Frauenchören geprägten Beat über die Schattenseiten seines Lifestyles und motiviert dazu, den Kopf nie hängen zu lassen. Gut, hat man schon sehr oft gehört, aber immerhin wurde hier auf die Verwendung des vielzititierten Effekts auf den Vocals verzichtet. Tracks wie „Zeitdruck“ und „Glüxxxtag“ vermitteln einen durch schnelle, treibende Beats und einem ebenso schnell rappenden Bonez eine hektische Atmosphäre, wie man sie aus Filmen wie „Crank“ kennt. Sicherlich ein guter Soundtrack beim Joggen- kann man direkt mal einen Sprint einlegen, der Usain Bolt vor Neid erblassen lassen würde.

Und auch die Romantik soll nicht zu kurz kommen:“Meine Olle“ ist an Bonez‚ Freundin gerichtet und glänzt mit Zeilen wie „Stress wegen Dreck ist nicht, weil sie Putzen mag/lutschen macht ihr Spaß, ich komm drei Mal zum Schuss am Tag„, welche Frau schmilzt da nicht dahin wie eine Tafel Schokolade unter der Mittagssonne.

Dank der starken Tracks, die über die allzu kitschigen Partytracks hinwegzutrösten vermögen, ist „Krampfhaft Kriminell“ ein gutes Album geworden. Der Rezensent allerdings gibt die Hoffnung nicht auf, dass Bonez bei zukünftigen Projekten von den Partyelementen ablässt und sich stattdessen voll und ganz auf die harte Straßenschiene konzentriert.

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