Connect

REVIEW

02.02.2011 Autor: Micha

Prinz Pi - Rebell Ohne Grund

Ein großartiges Konzeptalbum

Redaktionsbewertung
Sonnenbrille, Musketierbart, Vintage-Look – fehlt eigentlich nur noch ein lässiger Vokuhila und Prinz Pi gäbe auf dem Plattencover seines aktuellen Albums “Rebell Ohne Grund“ den Prototyp eines drittklassigen Amateur-Pornodarstellers aus den 70er Jahren ab.

Auf seinem 18-Track starken Album grenzt sich Pi nicht nur durch sein optisches Erscheinungsbild von deutschsprachigen MCs ab, sondern orientiert sich auch musikalisch an unterschiedlichen Stilrichtungen. So verarbeitet der 31-jährige Rapper vor allem rockige Gitarren-Riffs und Schlagzeug-Sounds in seinen Liedern, insbesondere in “Königin von Kreuzberg“, “Drei Kreuze für Deutschland“ und “Du bist“.

Keine Liebe“, predigte der gebürtige Zehlendorfer noch auf seinem Debütalbum “Porno Privat“, mit dem er in der Berliner Untergrund-Szene schlagartig bekannt wurde. Dreizehn Jahre nach dem Release seines ersten Werks widmet er dem Thema “Liebe“ nun ein komplettes Album. Wer hätte das gedacht?

Hass, Eifersucht, Reue und Mitleid – Pi beschreibt in seinen Songs emotionale Zustände, in die man sich als Hörer sehr gut hineinversetzen kann, ohne dass er dabei in eine kitschige Richtung abdriftet. So setzt sich Pi zum Beispiel in seiner ersten Singleauskopplung “Du Bist“, zu der bereits ein Musikvideo erschienen ist, mit seiner großen Liebe auseinander, an der er offenbar immer wieder verzweifelte: “Ich hab den Glauben, doch mir fehlen die Beweise für dich“.

Der neue iGod“ und “Generation Porno“ sind elektronisch und erinnern an den typischen 8-Bit-Sound aus den 80er Jahren, der vor allem in der Titelmusik von  Spielkonsole-Klassikern, wie Super Mario Brothers, zu hören war. Das weckt Kindheitserinnerungen und lässt zumindest mein Herz deutlich höher schlagen.
Trotz des spaßigen Sounds beschäftigt sich Pi in “Generation Porno“ mit der gesellschaftskritischen Frage, ob exzessiver Zugang zu Pornoportalen oder Komabesäufnisse die persönliche Entwicklung von Jugendlichen zum Negativen beeinflussen können: “Mund auf, Alk rein, Trips rein, fick dein...Leben! / als würde es Michaels Gesicht sein / Meide weichen Lichtschein, suche den Strobo / Geschlechtsteile kommen immer gut auf dem Foto!“. Prinz Pi, die Supernanny des deutschen Rap, sorgt sich um orientierungslose Jugendliche. Einfach nur zum Brüllen, so komisch ist das – so alt ist der Mann doch jetzt auch wieder nicht. 

Rebell Ohne Grund“ wurde hauptsächlich von Biztram produziert, der mich persönlich unfassbar aufregt, weil er die Melodie zu “Wunderkind“ aus dem Song “Try Sleeping With A Broken Heart“ von der US-amerikanischen Sängerin Alicia Keys einfach übernommen hat.
DAS IST KEIN SAMPLEN und kotzt mich so dermaßen an, dass ich seit dem !Donnerwetter!-Album eine Liste mit Foltermethoden aufgestellt habe, um mich eines Tages im Namen aller beraubten Künstler bei Biztram zu rächen. Langsam benötige ich neue Anregungen, denn die Liste wird immer länger und länger und mir gehen allmählich die Ideen aus.

Mit Features von E-Rich, Chefkoch, Timi Hendrix, Raf Camora, Kamp, Mudi und Biztram sind eine Reihe von – mehr oder weniger – talentierten Rappern auf dem Album vertreten, die sich textlich optimal in das Album einfügen, aber sich aufgrund ihrer  unspektakulären Flows auch nicht wirklich hervorheben.
Zum Erstaunen aller Atzen-Fans ist auch wieder die Berliner Untergrund-Legende Frauenarzt mit von der Partie und ruft im durchaus clubfähigen Song “Rand II“ zum Headbangen auf.

Rebell Ohne Grund“ ist ein rundes und in sich geschlossenes Konzeptalbum, das klassische Pi-Fans sowie Grünschnäbel, die noch nie zuvor von Pi gehört haben, gleichermaßen erfreuen wird. 18 abwechslungsreiche Tracks machen die CD zu einem der besten Konzeptalben, die Pi bislang veröffentlicht hat. Rebellisch, abwechslungsreich, großartig!

Kommentare   

 
+1 #25 UnLuckyStrikers 2011-12-06 00:00
Sonnenbrille, Musketierbart, Vintage-Look – fehlt eigentlich nur noch ein lässiger Vokuhila und Prinz Pi gäbe auf dem Plattencover seines aktuellen Albums “Rebell Ohne Grund“ den Prototyp eines drittklassigen Amateur-Pornoda rstellers aus den 70er Jahren ab.
-Ich musste ernsthaft lachen.
Zitieren
 
 
+1 #24 WTF?! "Melodie einfach übernommen"? 2011-03-10 00:00
Kleiner Tipp an alle, wegen der Sache mit dem Producing: Hört euch "Try Sleeping with A Broken Heart“ und "Wunderkind" mal an und stellt dann erfreut fest, dass der Vorwurf des Diebstahls faktisch schlicht falsch ist.
Zitieren
 
 
0 #23 dann doch lieber selbst anhören 2011-02-11 00:00
das sieht nach einem unfassbaren witz aus. wer das album gehört hat und diese review ließt, versteht die ganzen kommentare hier.
Zitieren
 
 
0 #22 Frechheit 2011-02-08 00:00
Richtig kacke die Review. Informationsgeh alt = 0. Frechheit.
Zitieren
 
 
0 #21 wahrheit 2011-02-07 00:00
gutes bis sehr gutes Album! Gottseidank kehrt Pi zu seinen Wurzeln zurück. Fand PI/porno immer gut, aber die 2 Alben davor haben mich ziemlich enttäuscht, dass war mein letzter Versuch, ansonsten hätte ich mir keine CD mehr von ihm geholt, aber ich wurde diesmal nicht enttäuscht. Endlich, Endlich mal wieder ein gutes Dt. Album, die Durststrecke hat ein Ende, vielliecht ist Dt. Rap doch noch nicht tot!!das ist richtiger ehrlicher Rap mit Aussage!!Nicht so ein Mist,der die letzten Monate rauskam!!Es geht doch noch!!!
Zitieren
 
 
+1 #20 tt479 2011-02-05 00:00
† † † für rap.de: was mich wirklich maßlos aufregt ist wie permanent auf dem aussehen, dem bart oder der neuen haarfrisur von künstlern rumgeritten wird, obwohl es doch eigentlich um die musik gehen sollte. wen interssiert die meinung von micha zu friedrich kauz aussehen? wirlich, oberflächlicher gehts gar nicht mehr. genau so gehts weiter als es dann auch mal um das album geht, zusammenhangslo se und unsinnige review. da bekommt man das gefühl dass selbst der autor sich nicht die zeit genommen hat nochmal über seine ergüsse drüber zu lesen. dann lieber gleich lassen. das ist wirklich eher peinlich. das album war ausgezeichnet, meiner meinung nach nicht nur was "studentenrap" angeht auch sonst definitiv über dem deutschen standard.
absch ließend denke ich rap.de würde sich einen gefallen damit tun die review zu löschen. lässt ansonsten nur diese seite, auf der es gelegentlich wirklich interessante interviews zu lesen gibt, in einem schlechten licht erscheinen.
was das album angeht kann man es eigentlich jedem den auch der inhalt eines liedes interessiert bedenkenlos empfehlen.
Zitieren
 
 
0 #19 0815 2011-02-05 00:00
es gibt ein paar sachen die dann echt der staiger machen sollte..
Zitieren
 
 
+1 #18 Solarblume 2011-02-05 00:00
Ziemlich mieses Review für solch ein grandioses Album. WIESO SCHRIEBST DU NICHTS ZU "Laura", VERDAMMT NOCHMAL?!
Zitieren
 
 
+1 #17 nate452 2011-02-04 00:00
darf hier jetzt eigentlich grundsätzlich jeder schreiben, der einen computer bedienen kann?
Zitieren
 
 
0 #16 p0rno 2011-02-04 00:00
so eine kurze review für so ein starkes album? erstmal hätte man bei pi ganz klar staiger ran lassen MÜSSEN und zweitens ist es mir ein rätsel wieso unbekannte kackrapper hier ewig lange texte speniedert bekommen und bei pi gibts 2-3 absätze. aber der meinung der review stimme ich zu - sie ist nur viel zu kurz
Zitieren
 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Ratings Reviews

Ein Fan werden

Newsletter

Was Rap angeht - immer auf dem laufenden bleiben. Melde dich für den rap.de-Newsletter an.