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REVIEW

26.12.2012 Autor: Lisa

Far Cry III (Game)

Immens intensiv, wahnsinnig faszinierend

Redaktionsbewertung

Ich war mir bezüglich meiner allgemeinen "Far Cry 3"-Euphorie zuerst ein wenig unsicher. Als ich zum ersten Mal Mitte des Jahres die Möglichkeit hatte, den Dschungelbuch mit Knarren-Shooter anzuspielen, hatte ich zuvor fünf Liter Rum getrunken. Außerdem waren 50 Prozent meiner Haut mit Kunstblut verschmiert, aber das ist eine andere Geschichte. In jedem Fall hatte Ubisoft an diesem Abend absolut alles getan, damit man in angemessener Stimmung ist, um auf Lebewesen zu schießen. Als die PS3-Version des fertigen Spiels bei mir zuhause ankam, hatte ich lediglich eine halbe Flasche Sternburger Export und verlaufene Wimperntusche.

Schon beim Intro muss ich allerdings sagen: ich fand das Setting nicht nur gut, weil ich betrunken war. Es IST gut. Ihr seid ein unsympathischer Ami-Tourist, der mit seinen neureichen Freunden an der falschen Stelle der tropischen Urlaubsinsel Extremsport betreibt. Eben noch hängt ihr zu "Paper Planes“ von M.I.A. am Strand ab, wenige Augenblicke später befindet ihr euch mitsamt eurem älteren Bruder (natürlich sieht er sehr markig aus und war in der Army) in einem rudimentär zusammengebastelten Käfig und werdet vom besten Psychopathen seit Patrick Bateman angeschrien. Vaas, absolut zu Recht der Posterboy von "Far Cry 3“ und auf der Spielhülle abgebildet, ist der Anführer von Menschenhändler-Piraten und hat nicht nur ein gutes Näschen für verbotene Substanzen aller Art, sondern ebenso verzogene Wohlstandskinder und somit auch euch.

Ihr schafft es innerhalb des großartig inszenierten Tutorials zu entkommen, werdet von Dennis, einem Eingeborenen, aufgenommen und direkt mal tättowiert und  bekommt eine Aufgabe nach der Anderen, die alle den Sturz der drogensüchtigen Asi-Piraten befeuern sollen, obwohl ihr eigentlich nur eure anderen amerikanischen Freunde aus ebenderen Klauen befreien wollt. Auf dem Weg vom US-Weichei mit Hollywood-Freundin zum ultimativen Krieger müsst ihr eure Fähigkeiten unentwegt ausbauen und verschiedenste Tierarten jagen, um neue Gegenstände fertigen zu können, mit denen ihr zum Beispiel mehr Waffen mit euch tragen könnt. Vom scheuen Reh bis zum todesaggressiven Alligator ist ungefähr alles dabei und mitunter hat man das Gefühl, dass es sich weitaus schwieriger gestaltet einen Hai abzustechen, als 15 Piraten abzuknallen.

Die riesige, schön gestaltete Insellandschaft, die mich für zwei urlaubsfreie Jahre Dauerarbeit zumindest ansatzweise entschädigt, ist frei erkundbar und offeriert neben eher unwichtigen Nebenmissionen außerdem jede Menge Reliquien und anderen Kram zum Sammeln. Somit ist das Ganze vielleicht auch für Messie-Elderscrolls-Homies interessant. Während man anfangs eigentlich nichts anderes möchte, als den komplett wahnsinnigen Vaas zu spielen, wächst einem Jason Brody, so der Romantic Comedy-eske Name des Protagonisten, doch irgendwie ans Herz – wie auch die an vielen Stellen natürlich sehr hanebüchene und extrem ausgelutschte Grundstory.

Ich kann nicht wirklich in Worte fassen, warum mich dieses Spiel so wahnsinnig fasziniert und ich es schaffe, fast ohne cholerische Wutanfälle stundenlang Rehe zu jagen und absurde Unterwasserpflanzen zu ernten. Vielleicht ist es die immense Intensität, die von dem fantastischen Antagonist ausgeht, der ganz nebenbei von der deutschen Synchronstimme von Heath Ledger (und wir alle erinnern uns mit Tränen in den Augen an seine Interpretation des Joker) gesprochen wird. Vielleicht die allgemeine, eben schon angerissene Vertonung des Ubisoft-Blockbusters, die selbst den mitunter ziemlich plakativen, eindimensionalen Figuren überraschend viel Leben einhaucht. Vielleicht die Tatsache, dass die erkundbare Welt trotz vereinzelter Bugs und auf Konsolen erheblich schlechter aussehender Grafik wunderschön und lebendig wirkt. Und nicht zuletzt die Tatsache, dass ihr todesdrauf durch Unterwasser-Höhlen klettern und Pilze suchen müsst, während ihr die schlimmsten Hallus eures Lebens erleidet.

"Far Cry 3“ ist wie der dritte Teil der "Assassin’s Creed“-Reihe mit einem herausragenden Bösewicht, weniger Längen und einem zumindest für mich angenehmeren Kampfprinzip. Ja, ich kann alles großräumig umschleichen und Gegner ablenken, statt sie kaltblütig niederzumeucheln. Wenn ich entdeckt werde, habe ich aber trotzdem die weitaus nachvollziehbarere Option, alle einfach abzuknallen, anstatt die komplette, für den weiteren Storyverlauf elementare Mission von vorne beginnen zu müssen. Spielspaß ist sicherlich ein rein subjektives Empfinden, trotz einiger eklatanter Schwächen muss ich aber sagen: Chapeau, Ubisoft Montreal. Ich habe selten so viel Spaß gehabt und mich auf Bosskämpfe gefreut. Ganz große Konsole.

 

Label: Ubisoft

Kommentare   

 
0 #6 lolman 2013-01-03 06:08
ähm... 1. n1 für das sternburg export 2. gute review 3. leider fehl am platz, ich bezweifel das die leute die diese seite besuchen was über games lesen wollen 4. auchw enn ich sagte gute review, ist einfach keine game review. dafür geh ich wie gesagt auf gameone oder ähnliche seite. liebes rap.de team bleibt bei hip hop man liest ja auf möbelseiten auch keine reviews zu neuen trends im wassersport.
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-2 #5 Franzaforta 2012-12-31 10:06
Mal was anderes und gut geschrieben. Die Rewiev seh ich bisher (gut eine Stunde Spielzeit) auch so.
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0 #4 Stefan_ 2012-12-29 20:56
Schlecht geschriebene Review, unnötiger Bullshit hier auf rap.de
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+7 #3 käsebass 2012-12-27 16:09
und wenn ich was essen will gehe ich zum Kühlschrank und nu?
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-6 #2 holger 2012-12-27 10:59
wenn ich nicht weiß wie man "newcomers" schreibt, gehe ich auf oxforddictionar ies.com
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+18 #1 käsebass 2012-12-26 16:54
Wenn ich Reviews zu Games haben will gehe ich auf GameOne und nicht auf Rap.de! Wie wäre es stattdessen mit einem Album eines Underground-Newcommers?
Nur mal so ne Idee
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