Sorgenkind – Von A nach X (Album)

Es ist nun fast zwei Jahre her, dass der Düsseldorfer Rapper Sorgenkind aus dem Eypro-Umfeld sein Debütalbum „Weltretter auf Jobsuche“ gedroppt hat. Während sein Erstling noch vor selbstironischen Texten strotzte, ist seine zweite Platte “ Von A nach X“ doch um einiges introvertierter, ruhiger und melancholischer ausgefallen.

Bereits der Titeltrack „Von A nach X“ zeigt Sorgenkinds ausgeprägtes Talent, etwas so Triviales wie einen Umzug in einen ansprechenden lyrischen Kontext zu setzen. Die simple Instrumentierung mit akustischer Gitarre und Drums bildet das perfekte Fundament für Sorgenkinds Zeilen. Die soulige Hook rundet den Song über Ziellosigkeit passend ab.

Ich schau aus dem Fenster und sehe den Dreck/ Ich wollt hier nicht hin, ich wollte nur weg

Weg von Hier“ beschreibt über einen unfassbar produzierten Beat die Eintönigkeit des Lebens in der Kleinstadt. Der Eypro-MC zeigt mit seinem lyrischen Können die Monotonie auf, die er in seiner Heimatstadt, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, fühlt.
Verliebt in ihr gemütliches Dorf/ wollen sie hier nie wieder fort/ denn wenn jeder bleibt, gibt’s keinen der sich vermisst/ ich freu mich für sie alle, beneiden kann ich sie nicht/

Die achte Anspielstation „3D Brille“ mit seinem Labelkollegen Clayne markiert einen der Höhepunkte auf „Von A nach X„. Beide rappen, wieder tief in Metaphorik watend, über das Leben, welches sie mit einem Film vergleichen. Die wunderschön gesungene Hook und das passende Instrumental unterstreichen das Konzept des Songs.

Darauf folgt allerdings der schlechteste Song der Platte. In „Schlechte Gewinner“ vergleicht er das Leben mit Fußball und driftet leider ein wenig zu sehr in Kitsch und hohle Phrasen ab. Der Song „Ruderboot 2012“ mit Sorgenkinds langjährigem Wegbegleiter Djin bietet dann aber den perfekten Abschluss für den 50 minütigen Seelenstrip.

Von A nach X“ ist ein bildgewaltiges und hervorragend produziertes Album.  Jeder Beat ist stilsicher gewählt und genau auf Sorgenkind zugeschnitten. Hinzu kommt, dass Niko nicht nur ein ausgezeichneter Rapper, sondern auch ein gefühlvoller Sänger ist. Wer über die ein oder andere etwas beliebige Textstelle und Phrasendrescherei hinweg sehen kann und sich auch vor akustischen Klängen und Gesang nicht scheut, der sollte „Von A nach X“ ein Ohr leihen.

 

 

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