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REVIEW

15.03.2013 Autor: Lisa

Crysis 3 (Game)

Unterhaltsam, aber nicht überwältigend

Redaktionsbewertung

Insbesondere im Videospielesektor fallen prä- wie postapokalyptische Zukunftsszenarien dann doch eher düster aus. Gebrochene Helden schleichen durch heruntergekommene Städte und immer wieder aufs Neue wird dem Spieler vor Augen gehalten, wie sinnlos all sein Streben für eine bessere Welt doch ist. Ob man sich bei Crysis 3 jetzt vor der Apokalypse, danach oder vielleicht auch irgendwo dazwischen befindet ist vergleichsweise unklar, schließlich hat man in den beiden vorherigen Teilen schon massig Bedrohungen aus dem Weg geräumt und das komplett mit Dschungelvegetation überwucherte New York sieht eigentlich auch eher malerisch als depressiv und abgefuckt aus. Sicher ist aber: die korrupte CELL corporation will der Bevölkerung auch im Jahre 2047 nichts Gutes und hält sie und somit auch die gesamte Stadt unter einem riesigen Nanodome gefangen. Ein weiterer Schritt zur allgemeinen Weltherrschaft, die durch die Kontrolle der Energieversorgung sowieso schon in greifbare Nähe gerückt ist. Wären da nicht die bösen Monster aus dem All.

Wie, Aliens gibt es auch? Natürlich gibt es Aliens und auch die wollen den Planeten Erde für sich. Warum Weltübernahmepläne von Außerirdischen und terrestrischen Terrorgruppierungen sich immer überschneiden müssen, bleibt wohl ein Geheimnis der Unterhaltungsindustrie, sicher ist aber folgendes: Ihr seid die letzte Hoffnung der (guten) Menschheit, tragt vielleicht auch deshalb den bedeutungsschwangeren Namen „Prophet“ und seid im früheren Verlauf der Crysis-Serie eigentlich schon mal tot gewesen.

Weil ihr der letzte Supersoldat mit durch Alientechnologie aufgerüstetem Nanosuit seid, werdet ihr von einer rebellischen Untergrundorganisation (die Guten) aus den Fängen von CELL gerettet und kämpft ab diesem Moment mit der moralisch integren Splittergruppe und ehemaligen Mitsoldaten sowohl gegen die Bedrohung aus dem All, als auch die zahlenmäßig überlegene superböse Corporation. Warum ihr das trotzdem schafft? Weil ihr ein fucking Kriegsgott mit dem verdammten Nanosuit seid! Ihr könnt wahnsinnig hoch springen, extrem schnell laufen, seid bis zum Zuneige gehen eurer Anzugbatterie nahezu unverwundbar und bei Bedarf auch einfach mal unsichtbar.

Das ist alles nichts Neues? Richtig, aber dafür habt ihr dieses Mal zusätzlich zu den lässig im Kampf neu zusammenschraubbaren Waffen auch Pfeil und Bogen, die euch endgültig zur lautlosen und im Allgemeinen unaufhaltbaren Killermaschine machen. Im Multiplayermodus wartet dann außerdem noch der bereits bei der letztjährigen Gamescom engagiert beworbene Hunter-Mode auf euch, in dem zwei unsichtbare Kampfmaschinen eine Gruppe Soldaten durch die lauschige Vegetation jagen. Wer nach zwei Minuten noch lebt und durch den vorzeitigen Tod nicht auf die Seite des mit Pfeil und Bogen bewaffneten Feindes wechseln musste, hat gewonnen.

Das war es dann aber auch schon mit den eklatanten Neuerungen. Der Storymodus macht Spaß, ist nicht nur durch die (leider) sehr begrenzte Laufzeit von deutlich unter zehn Stunden sehr kurzweilig und dass man sich durch die Verbindung von Nanosuit und erweitertem Waffenarsenal wie im permanenten God Mode fühlt, sollte insbesondere für Shooterfans mit Allmachtsfantasien ein echter Pluspunkt sein. Auch die Option, sich wahlweise als wild um sich ballernder Terminator oder größtenteils unsichtbarer, clever agierender Schleicher durch die Missionen zu navigieren (nimm das, Assassin’s Creed!), ist ein nettes Feature und dass das Ganze dann auch noch wunderschön aussieht, muss man bei dieser Spielereihe nicht mehr gesondert ausführen. Crysis 3 macht oberflächlich gesehen also alles richtig und stellenweise auch wirklich Spaß.

Trotzdem schaffen es weder die 0815-Story noch die austauschbaren Charaktere, wirkliche Begeisterung aufkommen zu lassen. Klar, es ist ein Shooter, der vielleicht keine diesbezüglichen Ambitionen hat und einfach nur technisch ausgefeiltes Geballere auf grafisch höchstem Level bieten möchte. Dann hätte man sich vermeintlich tiefschürfende moralische Problemstellungen a la „Ist da unter deinem Anzug überhaupt noch ein Mensch?!“ (nur sinngemäßes Zitat) aber auch einfach mal sparen können. Macht Spaß, sieht gut aus und spielt sich flüssig – ein wirklich überwältigendes Spielerlebnis bietet der neueste Ableger der Crysis-Reihe aber leider nicht.

Crysis 3 ist seit dem 21. Februar für den PC, die Xbox 360 und die Playstation 3 erhältlich.

Kommentare   

 
0 #1 h-blogs 2013-03-17 22:27
Wer hat's geschrieben? Klar, die Lisa. Und auch wenn mich solche Spiele hier null interessieren: Play on, playa! ;-)
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