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REVIEW

07.06.2013 Autor: Lisa

Fuse (Game)

Unterer Durchschnitt

Redaktionsbewertung

Es gibt Spiele, die haben eine geile Story, es gibt Spiele, die haben ein geiles Gameplay, es gibt Spiele, die haben eine geile Grafik und manchmal gibt es sogar Spiele, die alles haben. Die Jungs und Mädels von Insomniac wollten allerdings neue Wege beschreiten und haben sich für ein komplett anderes Gaming-Konzept entschieden. Tief beeindruckt ziehe ich meinen imaginären Hut vor derartigem Mut zur Innovation - aber fangen wir doch von vorne an.

Ich liebe Videospiele, in denen man mit coolen Waffen auf Sachen schießen kann. Im Allgemeinen glaube ich, dass ich wie viele andere Menschen mit Aggressionsproblem zu der Shooter-Hauptzielgruppe gehören, die da beginnt, wo der Besitz von tatsächlichen Schusswaffen und deren Gebrauch vom Gesetz beschnitten werden. Dementsprechend dachte ich mir, als ich "Fuse“ aus dem Briefkasten zog: "Mensch, EA. Ihr wisst einfach, was ich brauche.“ Als ich dann eine halbe Stunde lang versucht habe mein Origin-Passwort zu erraten, damit ich das Spiel starten kann, waren die Tränen der Rührung mittlerweile getrocknet. Als ich dann noch später herausgefunden habe, dass es den Untermenüpunkt „Offline-Kampagne“ oder so gibt, kam ich mir außerdem ein bisschen dumm vor, aber gut. Zurück zum Spiel.

Bei "Fuse“ handelt es sich um einen Third-Person-Shooter, der im Weltraum angesiedelt ist und vom Grundprinzip her auf bis zu vier Spieler ausgelegt ist. Ihr seid nämlich Teil eines vierköpfigen Elite-Irgendwas-Sondereinsatzkommandos, das Alientechnologie bergen muss, die in die falschen Hände geraten ist. Spielt man das Spiel alleine, kann man in den Kämpfen willkürlich zwischen den beiden männlichen und weiblichen Protagonisten wechseln und was jetzt nach einem unfassbar abwechslungsreichen Kampfsystem klingt, bei dem verschiedene Kräfte ineinandergreifen und das Ganze somit auch eine taktische Komponente erhält, ist einfach nur stumpfes Geballer, wobei sich zumindest eine der Spielfiguren dadurch von den anderen absetzt, dass sie mit einem albern aussehenden Schild herumläuft. Wobei die tatsächlichen Kampfszenen insbesondere am Anfang eher rar gesät sind und man primär nur durch schlauchartige Gänge läuft, während gelinde gesagt nichts, aber auch wirklich gar nichts passiert.

Ich habe ungefähr 60 bis 90 Minuten lang gespielt, bevor mich die „Dialoge“ der spielbaren Agenten untereinander so wütend gemacht haben, dass ich nichts anderes wollte als jede einzelne Person aus meinem Team zu erschießen, um anschließend mich selbst zu richten. Klar, ich selbst war noch nie Teil eines Eliteteams und musste die Welt und was auch immer sonst noch vor der finalen Zerstörung durch Alientechnologie namens "Fuse“ retten, aber trotzdem benötige ich keine Zusatzinformationen a la „Achtung, er ist gepanzert!“, wenn ein Zwischen-Boss-Gegner irgendwas mit „Panzer“ im Namen trägt. Eben so wenig glaube ich, dass es sinnvoll ist, eine KOMPLETTE WAND ZU SPRENGEN, weil man leider nicht durch eine VERSPERRTE Tür kommt, aber gut.

Optisch bewegt sich das Ganze im Vergleich zu anderen Shootern, die innerhalb der letzten zwei Jahre erschienen sind, dann auch noch eher um unteren Bereich und wer jetzt denkt „Hey, dann macht es vielleicht zumindest Spaß, stumpf auf alles zu schießen was nicht bei drei die Raumbasis verlassen hat!“ – Nein. Tut. Es. Nicht. Unabhängig davon dass es zumindest auf der normalen Schwierigkeitsstufe nicht möglich scheint überhaupt zu sterben, weil man sofort von seinen Gruppenmitgliedern wiederbelebt wird, nervt das fummelige Deckungssystem zu Tode und die grundsätzlich coolen Waffenideen wie „Wenn ein Gegner stirbt, baut sich ein schwarzes Loch auf“ hatte man sich dann auch irgendwie spektakulärer und wirkungsvoller vorgestellt.

Vielleicht macht es Spaß, wenn man zu zweit vor der Konsole hängt oder mit bis zu vier Leuten online zockt. Vielleicht habe ich in letzter Zeit aber auch zu viele gute Spiele gespielt, als dass ich mich an einem Gaming-Eintopf aus unterdurchschnittlicher Mittelmäßigkeit erfreuen kann. Wer allerdings keinen Wert auf Story und vielschichtige oder überhaupt irgendwie-schichtige Charaktere legt, könnte seine Freude an "Fuse“ haben – auch wenn EA mit dem aktuellen „Army Of Two“ gezeigt haben, dass sie auch deutlich bessere Coop-Shooter im Angebot haben. Seit dem 31. Mai ist das Ganze in jedem Fall auf dem Markt und sowohl für die PS3 als auch die XBOX360 zu haben.

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